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450-Euro-Jobs: Das ändert sich 2013 für Minijobs bei der Rente

Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2013

Aus 400-Euro-Jobs werden 450-Euro-Jobs. Oder anders ausgedrückt: Die Geringfügigkeitsgrenze für Minijobber steigt ab 1. Januar 2013 von 400 auf 450 Euro. Außerdem ändert sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung für Minijobber einiges. Die Deutsche Rentenversicherung Bund beantwortet hier die wichtigsten Fragen zu den Änderungen bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen.

Was ändert sich alles bei Minijobs ab 1. Januar 2013?

Die Geringfügigkeitsgrenze für Minijobber steigt ab 1. Januar 2013 von 400 auf 450 Euro. Arbeitgeber zahlen für Minijobber wie bisher pauschale Rentenversicherungsbeiträge. Neu ist, dass Minijobber zum pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers selbst einen Eigenbeitrag dazu zahlen müssen. Auf Antrag können sich Minijobber von der Zahlung des Eigenbeitrags befreien lassen.

Wie sind 400-Euro-Jobber derzeit versichert?

Nach dem derzeitigen Recht ist es genau umgekehrt: Minijobber zahlen neben dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von derzeit 15 Prozent keine eigenen Beiträge. Sie können aber den Arbeitgeberbeitrag freiwillig für den vollen Rentenversicherungsschutz aufstocken. Die Minijobber erwerben dann Anspruch auf das volle Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wie hoch ist der neue Minijobber-Eigenbeitrag zur Rentenversicherung?

Ab 2013 zahlen Minijobber zum pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers von 15 Prozent selbst einen Eigenbeitrag dazu, der in der Regel bei 3,9 Prozent liegt. Bei einem monatliche Verdienst von 450-Euro liegt der Eigenbeitrag bei 17,55 Euro im Monat. Bei einem Monatsverdienst von 450 Euro steigt die monatliche Rente nach dem Stand vom 1. Januar 2013 mit jedem Jahr in einem Minijob um 4,45 Euro.

Wie kann sich der 450-Euro-Jobber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen?

Minijobber können sich bei ihrem Arbeitgeber jederzeit mit einem schriftlichen Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Der Arbeitgeber zahlt dann nur noch seinen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. Wenn sich Minijobber von der Versicherungspflicht befreien lassen, ist das bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses bindend.

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Lesen Sie hier, .

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Gilt die Rentenversicherungspflicht auch für bestehende Minijobs?

Die Neuregelung gilt nur für neue Minijobs, die ab 1. Januar 2013 angetreten werden.  Wer in einem bestehenden versicherungsfreien Minijob weiterarbeitet, ist auch künftig versicherungsfrei. Minijobber können in diesem Fall aber wie bisher auf die Versicherungsfreiheit für den vollen Rentenversicherungsschutz verzichten. Erhöht der Arbeitgeber ab 1. Januar 2013 allerdings den monatlichen Verdienst auf mehr als 400 Euro, dann wird der versicherungsfreie Minijob automatisch versicherungspflichtig. Bei einem Verdienst bis 450 Euro kann er sich von der Versicherungspflicht wieder befreien lassen.

Was sind 450-Euro-Jobs mit Eigenbeitrag bei Erwerbsminderung geschützt?

Der Eigenbeitrag sichert Minijobber bei Invalidität. Denn durch einen versicherungspflichtigen Minijob kann der Versicherte eine bereits erworbene Absicherung bei Erwerbsminderung aufrechterhalten. Auch kann der Minijobber durch die Zahlung des Eigenbeitrags erstmalig einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente erwerben. Voraussetzung hierfür ist, dass der Minijobber mindestens fünf Jahre versichert ist und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hat.

Hierzu zählen auch Beiträge durch einen Minijob. Unter bestimmten Umständen, etwa bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit, können Minijobber die Voraussetzungen für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente auch vorzeitig erfüllen. Hier reicht in der Regel schon ein gezahlter Beitrag an die gesetzliche Rentenversicherung.

Wie ist ein Student als Minjobbber bei Invalidität versichert?

Beispiel: Jasper K., Medizinstudent, arbeitet neben seinem Studium acht Stunden in der Woche in einem Supermarkt und verdient monatlich 300 Euro. In der dritten Arbeitswoche wird er auf dem Weg zu seinem Minijob in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Er erleidet dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen und ist anschließend teilweise erwerbsgemindert. Da es sich um einen Arbeitsunfall (Wegeunfall) handelt und Jasper K. durch seinen Minijob Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlt, kann er eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhalten.

Hat Minijobber durch eigene Beiträge Anspruch auf Reha?

Ja. Minijobber können durch die Zahlung des Eigenbeitrags Anspruch auf eine medizinische Rehabilitation erwerben, wenn mindestens sechs Beitragsmonate einer Beschäftigung aus den letzten zwei Jahren vor einem Reha-Antrag angerechnet werden können.

Beispiel: Claudia Z. hat im Sommer Abitur gemacht, aber noch keinen Studienplatz erhalten. Nun jobbt sie auf 450-Euro-Basis in einem Café. Claudia Z. litt schon als Kind an Asthma. Seitdem sie im Café arbeitet, haben sich die Asthmaanfälle gehäuft, sie ist immer öfter krank. Im Frühjahr stellt sie einen Reha-Antrag bei der Rentenversicherung und bekommt eine Reha in einer Klinik, die auf Lungenkrankheiten spezialisiert ist. Die Reha stabilisiert ihr Asthma und führt zu einem deutlich verbesserten Umgang mit der Erkrankung.

[box type=“info“ ]Informationen über die Änderungen zu den Minijobs gibt es im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de oder am kostenlosen Servicetelefon unter 0800 1000 48070.[/box]

Kann man mit dem neuen Minijob auch riestern?

Mit einem versicherungspflichtigen Minijob gehört man zum unmittelbar förderberechtigten Personenkreis. Bei Geringverdienern kann schon die Zahlung eines jährlichen Eigenbeitrags von 60 Euro in einen Riester-Vertrag ausreichen, um die volle staatliche Zulage zu bekommen. Besonders Geringverdiener und Familien mit Kindern profitieren von dieser Förderung. Die volle staatliche Grundzulage für jedermann beträgt 154 Euro und für Kinder 185 Euro pro Jahr. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, fließen sogar 300 Euro pro Jahr an Zulage.

Beispiel: Miriam W., Mutter von zwei Töchtern, die ab 2008 geboren wurden, verdient in ihrem Minijob 450 Euro im Monat, aufs Jahr gerechnet also 5.400 Euro. Um die volle staatliche Zulage zu bekommen, muss sie davon vier Prozent in einen zertifizierten Riester-Vertrag einzahlen. Von den 216 Euro, die sie zahlen müsste, werden daher die Grundzulage von 154 Euro und die Kinderzulage für beide Töchter von je 300 Euro (= 600 Euro) abgezogen. Als Geringverdienerin muss sie damit nur einen Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr (= 5 Euro im Monat) zahlen, um jährlich 754 Euro an staatlichen Zulagen für ihren Riester-Vertrag zu bekommen.

Können Minijobber 2013 auch mit Betriebsrente vorsorgen?

Mit einem versicherungspflichtigen Minijob können Minijobber ihre Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung unversteuert und sozialabgabenfrei direkt aus dem Bruttogehalt zahlen. Allerdings verringert sich dadurch der Anspruch in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Was ändert sich 2013 bei sogenannten Midijobs?

Bei Midijobs steigt die Gleitzone von 800 Euro auf 850 Euro. Von Midijobs wird gesprochen, wenn ein Arbeitnehmer monatlich im Jahresdurchschnitt mindestens 450,01 und höchstens 850 Euro verdient. Der Sozialversicherungsbeitrag ist für Arbeitnehmer reduziert: Verdienste zwischen 450,01 und 850 Euro liegen für die Sozialversicherungsbeiträge in einer sogenannten Gleitzone. Minijobber zahlen zunächst einen reduzierten Beitragsanteil zur Rentenversicherung. Der Anteil steigt mit dem Verdienst und erreicht bei 850 Euro die volle Beitragshöhe.

Was rät die Deutsche Rentenversicherung den Minijobbern?

Bevor Minijobber sich von der Zahlung des Eigenbeitrags befreien lassen, sollten sie sich informieren, welche Auswirkungen dies auf ihre soziale Absicherung hat. Der Verzicht auf die Versicherungspflicht bei Minijobs kann etwa dazu führen, dass eine bereits erworbene Absicherung im Invaliditätsfall wieder wegfällt oder Minijobber keine Förderung ihrer Riester-Rente mehr erhalten.



Kommentare

Nebenjobs 3. Januar 2013 um 08:44

rstaunlich, was 2013 alle passieren soll. Die 450 Euro Jobs sind bereits seit 1.1. gesetzlich neu geregelt, die Erwerbstätigkeit ist noch nie so hoch gewesen wie 2012 und die Arbeitslosenzahlen werden durch die Erwartung von Kurzarbeit im Jahr 2013 gebremst. Da hilft nur eins: das Angebot annehmen und einen Nebenjob auf 450 Euro Basis annehmen. Die Regelungen sind ganz einfach und unter nachzulesen. Den Job dazu gibts z.B. bei oder arbeitsagentur.de

Antworten

Alexa 30. Dezember 2012 um 13:57

Ich habe schon einen Minijob fuer mit 200 Euro im Monat. Nun koennte ich noch einen 400-Euro-Job dazu bekommen. Was wird mir dann abgezogen, was bliebt mir?

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Albert Schneider 27. Dezember 2012 um 18:06

Der Autor sollte sich doch ein wenig mehr Zeit nehmen, damit nicht so viele "grammatikalischen" Fehler im Text sind 😉 … oder darf ich an "K.T. zu Guttenberg" denken, dann sind wohl andere die Verursacher :-))))

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Gast 25. November 2012 um 20:45

Die Leistungen der Rentenversicherung sind doch lächerlich. Das sollte keiner freiwillig machen.

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