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Aktien: Warum die meisten den Aufschwung verpassen

Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2013

Für André Kostolany war Börse das Zusammenwirken von „Geld und Psychologie“. Weil er dies gewusst und beherzigt hat, ist er mit seinen Aktieninvestments reich geworden. Kostolanys Erkenntnisse gelten noch heute. Mit die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg an der Börse: Die Wirklichkeit, nicht deren subjektive Wahrnehmung muss Grundlage sein für Investmententscheidungen.

Die regelmäßigen Anleger-Umfragen der Fondsgesellschaft Franklin Templeton Investments kommen immer wieder zu erstaunlichen Ergebnissen, etwa in den Jahren 2010, 2011 und auch 2012. „Jedes Mal haben wir rund tausend finanzinteressierte US-Amerikaner befragt, wie sich der heimische Aktienmarkt im vorangegangenen Jahr entwickelt hatte“, sagt Reinhard Berben, Geschäftsführer von Franklin Templeton Deutschland.

Die Angst vor weiteren Aktien-Verlusten

Die Ergebnisse: Im Jahr 2010 glaubten 66 Prozent der Befragten, der US-Aktienindex Standard & Poor‘s 500 habe in 2009 an Wert verloren. Tatsächlich legte der Index um 26,5 Prozent zu. Ähnlich falsch war die Wahrnehmung rund der Hälfte der Befragten in den beiden darauf folgenden Jahren.

Die falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit kann bei der Geldanlage zu teuren Entscheidungen führen – in Deutschland genauso wie in den USA: Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Herbst des Jahres 2008 haben Anleger weltweit zig Milliarden Dollar aus Aktienfonds abgezogen. Fälschlicherweise glaubten sie, die Aktienmärkte hätten seitdem ausschließlich im Minus abgeschnitten. Deshalb verpassten Aktienfondsanleger nicht nur in den USA hohe Kursgewinne (s. Tabelle) und setzten lieber auf stetig sinkende Erträge aus Zinsanlagen wie Festgeld und Bundesanleihen.

Steigen die Kurse, ziehen die Anleger Geld aus Fonds ab.

Die Erklärung für die kostspieligen Folgen jener falschen Wahrnehmung von Realität ist Psychologie pur. „Anleger haben Angst vor weiteren Verlusten. Deshalb verkaufen Sie oder investieren erst gar nicht“, sagt Joachim Goldberg. Der ehemalige Deutsche Bank-Manager gründete Mitte der 1990er Jahre das Unternehmen Cognitrend, das sich auf die Erforschung psychologischer Einflüsse auf die Geldanlage spezialisiert hat. Goldberg gilt europaweit als einer der wichtigsten Vertreter und Erklärer des „Behavioral Finance“.
Nach Kursverlusten an der Börse mögen viele Anleger nicht mehr genau hinsehen und wollen sich instinktiv vor weiteren schlechten Erfahrungen schützen. Was hilft? Das Gegenteil von Abtauchen: eintauchen und die Chance nach der Krise suchen. „Der erfolgreiche Anleger gleicht seine bisweilen negativ geprägte Wahrnehmung regelmäßig mit der Wirklichkeit ab. Dann sieht er auch neue Chancen für lukrative Aktieninvestments“, sagt Reinhard Berben. Oder wie es Kostolany gesagt hätte: Nur mit richtigen Fakten kann man richtig investieren.

Dieser Artikel wurde verfasst von Hajo Simons, und zwar für die Franklin-Templeton-Artikelserie „Zeit für Aktien„.



Kommentare

5. Februar 2013 um 20:32

Es ist bekannt, dass Angst meist aus Unkenntnis der Fakten und Situationen entsteht. Das Problem immer wieder zu schildern, verändert aber nicht den Ursprung. Es ist an der Zeit, zumindest Basiswissen über Geld, Kapital, Börse und Wirtschaft schon in den Schulen zu vermitteln. Wir Berater, Blogger und Finanzjournalisten sind zu wenige, um die Massen zu erreichen. Anderenfalls gewinnen immer die die, die solche Krisenszenarien inszenieren, füttern verbreiten und … durch Investments an den Tiefpunkten der Börsen zu weiterem Reichtum kommen.

Frank Rindermann
Finanzblog

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