Skip to main content

Arbeitsrecht: Was darf ich wenn ich krankgeschrieben bin?

Zuletzt aktualisiert: 9. Februar 2018

Rund um die Krankschreibung tauchen gerade in diesen Tagen viele Fragen auf. Denn Husten, Schnupfen, Grippe sind allgegenwärtig. Doch müssen diejenigen, die es erwischt hat, in jedem Fall zuhause bleiben? Was darf ich als Krankgeschriebener?

Grundsätzlich gilt im Arbeitsrecht: Wer krank ist, hat die Pflicht, sich an die Anweisungen des Arztes zu halten und alles zu unterlassen, was die Genesung verzögern oder gefährden könnte.

Wann muss eine Krankmeldung eingereicht werden?

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer „unverzüglich“ (ohne schuldhaftes Verzögern) mitzuteilen, bestimmt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Also am selben Tag, etwa per Anruf oder Mail. Über die Erkrankung selbst müssen keine Angaben gemacht werden.

Wann ist ein ärztliches Attest notwendig?

Die so genannte Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (AUB) ist laut Entgeltfortzahlungsgesetz notwendig, wenn die Krankheit länger als drei Kalendertage dauert. Sie muss dann am vierten Tag vorliegen. Dabei kommt es auf die Kalendertage an, nicht auf die Arbeitstage. Wer etwa am Freitag zu Hause bleibt, muss dafür sorgen, dass der Arbeitgeber bereits am Montag die AUB vorliegen hat.

Ein Arbeitgeber kann ein Attest aber auch schon früher verlangen (Paragraph 5 Abs.1 Satz 3 EFZG). Ein besonderer Grund muss dafür nicht vorliegen (Landesarbeitsgericht Köln, 3 Sa 597/11). Auch per Tarifvertrag kann die Vorlage einer AUB ab dem ersten Tag zur Pflicht gemacht werden (Bundesarbeitsgericht, Az: 5 AZR 112/02). Das Bundesarbeitsgericht stellte auch fest, dass der Arbeitgeber bereits nach dem ersten Tag ein Attest verlangen kann, wenn er befürchtet, von seinen Angestellten getäuscht zu werden. (BAG, Az: 5 AZR 886/11).

Muss ein Kranker stets zu Hause bleiben?

„Nein, er kann grundsätzlich alles tun, was der Genesung nicht schadet“, sagt die Düsseldorfer Arbeitsrechtlerin Katia Genkin. „Je nach Erkrankung darf ein Krankgeschriebener also zum Beispiel im Supermarkt einkaufen gehen oder auch Spaziergänge machen“, so Rechtsanwältin Genkin weiter.
Sie warnt allerdings vor ausgedehnten Shoppingtouren, die sind tabu. Wer sich dabei erwischen lässt, riskiert die Kündigung.

Darf man trotz Krankschreibung Sport treiben?

Das kommt darauf an. Hat der Arzt Bettruhe verordnet, sollten sich auch Fitnessfanatiker daran halten. Bei weniger schweren Erkrankungen können Spaziergänge an der frischen Luft heilungsfördernd sein. Dagegen sei ebenso wenig einzuwenden wie gegen leichte Gymnastik. Sicherheitshalber sollte aber das Okay von dem Arzt eingeholt werden.

Darf ich trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ins Kino oder Restaurant?

So lange die Genesung nicht gefährdet wird, ist – je nach Krankheit – ein Kino- oder Restaurantbesuch laut Rechtsschutzversicherung ARAG durchaus in Ordnung. Wer jedoch z.B. wegen einer Magenverstimmung nicht zur Arbeit geht, dann aber im Fastfood-Restaurant angetroffen wird, muss mit einer Abmahnung rechnen.

Was wird aus Urlaub bei einer Krankschreibung?

Das ist in der Situation besonders ärgerlich. Aber zum Glück verlängert sich der Urlaubsanspruch um die Tage, an denen der Arbeitnehmer krankgeschriebenen ist. Wichtig: Der Arbeitgeber sollte unbedingt schnellstmöglich (z.B. Fax, Email, Telegramm) informiert werden. Ferner muss der Arbeitnehmer Adresse und Telefonnummer hinterlassen, unter der er erreichbar ist. Lesen Sie mehr zu

Darf ich eine Reise bei Krankschreibung antreten?

Eine Reise kann ebenfalls erlaubt sein, wenn ein Arzt dem kranken Mitarbeiter zwecks einer schnelleren Heilung dazu geraten hat (Bundesarbeitsgericht, Az: 2 AZR 358/85). Es kann auch in Ordnung sein, dass Angestellte eine Zugreise machen. Jedenfalls dann, wenn die Fahrt die Genesung nicht beeinträchtigt, urteilte das Hessische Landesarbeitsgericht in einem jüngeren Urteil (Az: 18 Sa 695/12). Es ist auf jeden Fall ratsam, den Arzt zur Sicherheit zu fragen und sich die Reise von ihm genehmigen zu lassen. Wilde Partynächte am Ballermann sind dagegen der Genesung alles andere als zuträglich und verbieten sich damit eigentlich von selbst.

Darf ich trotz Krankschreibung zur Arbeit?

Solidarität mit den überlasteten Kollegen ist sicher löblich. Man befindet sich allerdings sehr schnell in der rechtlichen Grauzone, wenn man trotz Krankschreibung arbeiten will. Denn ein Arbeitnehmer hat sich so zu verhalten, dass er so schnell wie möglich wieder gesund wird, mahnt Rechtsanwältin Katia Genkin. Der Arbeitgeber kann also sogar verlangen, dass ein Krankgeschriener nicht arbeitet.



Kommentare

Pierre 15. April 2018 um 23:12

Ich finde es einerseits auch Fahrlässig, wenn man Krank geschrieben ist und zur Arbeit kommt. Gerade, wenn man etwas ansteckendes in sich trägt, find ich es nicht löblich, wenn jemand auf Arbeit kommt und die Kollegen dabei ansteckt. Daher lieber auskurieren.

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!


Beliebte Suchen mit Google


magenverstimmung krank (2)
medicaments-24.com/viagra-sildenafil/

Нашел в интернете популярный портал на тематику Стол для пиццы www.np.com.ua
В интеренете нашел авторитетный веб портал , он описывает в статьях про купить диплом высшего образования http://ry-diplomer.com/
Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Arbeitsrecht: Was darf ich wenn ich krankgeschrieben bin?