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Nach Renteneintritt weiterarbeiten: So verlängern Sie den Arbeitsvertrag

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2018

Endet mit Renteneintritt der Arbeitsvertrag automatisch? Kann nach Renteneintritt der Arbeitsvertrag verlängert werden? Das sind häufige Fragen von älteren Mitarbeitern, die gerne weiterarbeiten möchten.

Es kann einige Gründe geben, warum jemand über die Regelaltersgrenze (65 bis 67, je nach Geburtsdatum) hinaus seinen Beruf ausüben möchte. Möglicherweise ist die Immobilie noch nicht abbezahlt und das bisherige Gehalt wird weiterhin benötigt, um die Raten weiterzuzahlen. Oder der Arbeitnehmer hat einfach viel Spaß an seiner Arbeit und fürchtet sich vor dem Leben ohne Kollegen und Kantine.

Gesetzliche Rente erhöht sich deutlich bei Verlängerung

Die Rente: Bei der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es mit solchen Wünschen keine Probleme. Niemand wird gezwungen, einen Rentenantrag zu stellen. Wer freiwillig sein Berufsleben verlängern möchte, der kann das tun und wird mit einem spürbar höheren Anspruch auf gesetzliche Rente belohnt. Einerseits fließen für den Senior-Mitarbeiter weiter Rentenbeiträge, die die Zahl seiner „Entgelt-Punkte“ erhöhen – vor allem gibt es für jeden Monat späteren Renteneintritt einen Zuschlag von 0,5 Prozent. Das bedeutet bei einem Jahr Verlängerung (Rentenantrag z.B. mit 66 statt mit 65) einen Zuschlag von sechs Prozent. Bei zwei Jahren Verlängerung wären es zwölf Prozent – und zwar lebenslang.

65 sein Grund für Kündigung

Der Arbeitsvertrag: Beim Arbeitgeber ist es mit dem Verlängerungswunsch nicht ganz so einfach. Unternehmen sind mitunter ganz froh, wenn sie ältere Mitarbeiter loswerden können. Schließlich sind die Gehälter wegen der Altetufen meist hoch. Aber darf einem 65-Jährigen wegen Erreichens der Regelaltersgrenze gekündigt werden? „Nein, das ist generell verboten“, sagt die Düsseldorfer . Denn: Im Sozialgesetzbuch (Paragraf) hat der Gesetzgeber besonderen Kündigungsschutz geschaffen. Damit gelang es z.B. einem 70 Jahre alten Autoverkäufer, sich erfolgreich gegen eine Kündigung zu wehren (Arbeitsgericht Paderborn, Az: 3 Ca1947/05)
„In vielen Fällen ist allerdings gar keine Kündigung notwendig, um einen älteren Arbeitnehmer zu verabschieden.

Mehrfaches Verlängern des Arbeitsvertrages seit 2014 möglich

Es kommt auf den Arbeitsvertrag an, und zwar ob eine Befristung enthalten ist“, so Rechtsanwältin Genkin. Typische Formulierungen lauten „das Arbeitsverhältnis endet mit dem Erreichen des für den Arbeitnehmer geltenden Regelrentenalters“ oder „das Arbeitsverhältnis endet mit Erreichen des 65. Lebensjahres“. Eine solche Befristung ist grundsätzlich zulässig, urteilte das Bundesarbeitsgericht mehrfach (u.a. Az: 7 AZR 9/03). Dann hätte der Mitarbeiter keinen Anspruch darauf, seinen bisherigen Arbeitsvertrag fortzuführen.

„Wenn aber Arbeitnehmer und Arbeitgeber das wollen, können sie den Arbeitsvertrag ändern, etwa indem die Befristung verschoben oder ganz gestrichen wird“, so Rechtsanwältin Genkin. Das hat der Gesetzgeber in dem 2014 neu gefassten Paragrafen 41 SGB VI ausdrücklich geregelt. Dort heißt es nun: „Sieht eine Vereinbarung die Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze vor, können die Arbeitsvertragsparteien durch Vereinbarung während des Arbeitsverhältnisses den Beendigungszeitpunkt, gegebenenfalls auch mehrfach, hinausschieben.“

Wird ein Rentner weiterbeschäftigt, gibt es bei den Arbeitnehmerrechten keinen Unterschied. Ansprüche etwa auf Feiertagszuschläge, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Urlaub bestehen für alle Arbeitnehmer – auch für diejenigen, die schon in Rente sein könnten.



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