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Ass Hausratversicherung mit „Tiefpreisgarantie“

Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2013

Der Direktversicherer Asstel in Köln (Gothaer-Konzern) hat eine Werbeaktion gestartet, die für die Versicherungswirtschaft eher untypisch ist.  Im Stile vom Media-Markt wird die Hausratversicherung mit „Tiefpreisgarantie“ geboten: [highlight]“Wenn Sie einen günstigeren Vertrag einer anderen Versicherungsgesellschaft vorlegen können, unterbietet Asstel Ihren Beitrag um weitere 10 {c4d35b5792cc51988bd071904680d4e9fed7c45edf4ebb9d0c6fbda6f40d0c1b}“[/highlight]. Ich stelle mir allerdings die Frage, ob so eine Tiefpreisgarantie bei Versicherern zulässig ist.

Asstel ist ohne Zweifel ein günstiger Anbieter. In Tests und Vergleichen liegt Asstel meist ganz vorne mit den Preisen. Mit der aktuellen Werbekampagne, die mich per Domeus-Newsletter erreichte, gibt Asstel allerdings ein für mich recht kühnes Versprechen ab. Jeden anderen Anbieter  will Asstel immerhin um mindestens 10 Prozent unterbieten, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Asstel will Hausratversicherung mindestens 10 Prozent billiger bieten

Die Voraussetzungen für die Tiefpreisgarantie lauten:

  • Bestehende Hausratversicherung bei einem Wettbewerber außerhalb des Gothaer Konzerns.
  • Identische oder bessere Versicherungsleistungen:
    – Unterversicherungsverzicht vereinbart
    – Überspannungsschäden durch Blitz bis zur Versicherungssumme
    – Verzicht auf Einrede grober Fahrlässigkeit bis min. 3.000 € mitversichert
    – Diebstahl aus KFZ bis 1.000 € mitversichert
    – Wertsachen bis 20 {c4d35b5792cc51988bd071904680d4e9fed7c45edf4ebb9d0c6fbda6f40d0c1b} der Versicherungssumme versichert
    – Keine Selbstbeteiligung
    – Günstigerer Jahresbeitrag bei Ihrer bisherigen Versicherung

Asstel nennt Stichtag für Tiefpreisgarantie

Der Versicherungskunde muss dafür die letzte Beitragsrechnung und die Versicherungspolice der Hausratsversicherung bis spätestens 20.12.2012 an die Asstel schicken und das Stichwort „Tiefpreisgarantie“ angeben.

Das ist doch mal echt muntere Werbung in der sonst eher drögen Versicherungswelt. Warum ich Zweifel an der Zulässigheit habe? Ich zitiere einfach mal, was die Versicherungsaufsicht mir vor einiger Zeit zurkurz danach gestoppten schrieb:

Den unter Bundesaufsicht stehenden Versicherungsunternehmen ist untersagt, u.a. in der Schaden- und Unfallversicherung Verträge abzuschließen, die Begünstigungen vorsehen oder enthalten (§ 2 Abs. 1 der Verordnung über das Verbot von Sondervergütungen und Begünstigungsverträgen in der Schadenversicherung). Gemäß § 2 Abs. 2 der vorgenannten Verordnung liegt eine Begünstigung vor, wenn Versicherungsnehmer oder versicherte Personen hinsichtlich der Versicherungsbedingungen (Leistungsumfang) oder des Versicherungsentgelts im Verhältnis zu gleichen Risiken desselben Versicherungsunternehmens ohne sachlich gerechtfertigten Grund bessergestellt werden.

Asstel hält Tiefpreisgarantie für regelkonform

Kein Problem wäre es, wenn Asstel tatsächlich in allen denkbaren Konstellationen stets zehn Prozent günstiger wäre, also in jeder Region, mit jeder Versicherungssumme usw.. Wenn hingegen im Rahmen der Aktion ein spezieller „Kampfpreis“ gemacht wird, um Kunden von einem anderen Versicherer wegzulocken, wäre das m.E. unzulässig, da kein sachlicher Grund erkennbar ist. Wettbewerber könnten das leicht herausfinden, indem sie ein normales Angebot einholen – und zur Kontrolle ein Angebot im Rahmen der Aktion mit Tiefpreis-Garantie.  Nur ein Euro Sonderrabatt könnte vermutlich für eine Abmahnung reichen. Eine Asstel-Sprecherin gab sich auf Finblog-Anfrage jedoch zuversichtlich:

Unsere Hausratversicherung ist äußerst wettbewerbsfähig, sodass wir über die Bewerbung unserer Tiefpreisgarantie Interessenten darauf aufmerksam machen möchten. Vor diesem Hintergrund ist die Bewerbung unserem Wissensstand nach regelkonform.

Ich bin gespannt, wie die Wettbewerber und Kunden das sehen.


Kommentare

Gast 27. September 2012 um 16:11

Was das wohl heißen mag ?

– Unterversicherungsverzicht vereinbart

Antworten

FinblogRedaktion 27. September 2012 um 16:29

Wenn Du pro Quadratmeter Wohnfläche einen Betrag von 650 bis 750 Euro Versicherungssumme abschließt (genauer Betrag hängt von Gesellschaft ab), gilt "Untersicherungsverzicht". Sollte sich im Schadenfall herausstellen, dass die Versicherungssumme geringer ist als der Hausrat-Wert, wird keine Kürzung vorgenommen. Ansonsten wird anteilig gekürzt. Gruss, AK


Michael36 26. September 2012 um 13:37

Ich stimme der sehr kritischen Einschaetzung zu; die Verfahrensweise dürfte umso bedenklicher sein, wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln hier Preiskampf vollzogen wird: ein Blick in die Gothaer-Kunden-Servicecenter GmbH (GKC) in Köln zeigt es, wenn man sich die Arbeitskonditionen der Mitarbeiter /-innen anschaut. Zudem kommen dort Zeitarbeitsfirmen zum Einsatz, so dass in dieser Versicherungsfabrik wahrlich billigst 'produziert' wird!

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