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Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? Nicht immer

Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2013

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? Eine häufig gestellte Frage. Generell lässt sich sagen: Ja, ist sinnvoll. Aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu bekommen, wird immer schwieriger, berichten heute die Finanzexperten von Franke und Bornberg. Der Wettbewerb gehe zwar vermehrt über den Preis, aber nur für eine immer kleinere Zielgruppe. Für körperlich Tätige werde die BU zunehmend unbezahlbar. Hier lohne es sich, nach Alternativen zu suchen.

„Seit Jahren splitten Versicherer die Prämien in mehr und mehr Berufsgruppen auf“, sagt Franke und Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke. „Wer am Schreibtisch sitzt, zahlt immer weniger. Für Berufe mit höherem Risiko wie Maler oder Maurer haben sich die Preise in den letzten Jahren aber zum Teil vervierfacht. Monatsbeiträge von 300 Euro und mehr sind keine Seltenheit.“ Das macht den BU-Schutz gerade für diejenigen unbezahlbar, die ihn am nötigsten brauchen (siehe Tabelle Prämien der jeweiligen Berufe).

BU-Prämien für Maler oder Maurer immer höher

Worauf also verzichten, wenn das Geld nicht reicht? Frankes Urteil: „Die Qualität des Versicherungsschutzes ist wichtig, darf aber nicht die Vorsorge-Entscheidung dominieren. Leistungen, die kaum über Hartz IV-Niveau liegen, oder Laufzeiten, die nicht bis zum Rentenalter reichen, nutzen im Bedarfsfall wenig.“ Eine BU-Rente von 500 Euro monatlich würde zum Beispiel nicht reichen, um unabhängig vom Sozialamt leben zu können.  Eine solche BU-Rente würde lediglich auf die Leistungen angerechnet, unterm Strich hätte der Versicherte nichts mehr.

Die Kosten für Maurer und Maler sind besonders hoch.

Sind Berufs- oder Arbeitsunfähigkeitsversicherungen nicht bezahlbar, sollten alternative Tarife geprüft werden. „Basis-BU-Deckungen, Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherungen sind noch zu wenig im Markt etabliert“, so Franke. „Hier lohnt sich ein aktives Nachfragen beim Versicherungsvermittler. Denn eine Worst-Case-Absicherung in sinnvoller Höhe und Laufzeit ist besser als ein Verlegenheitsvertrag oder keine Versorgung.“

Rund 20 Prozent aller Arbeitnehmer steigen vorzeitig aus ihrem Beruf aus, weil Körper oder Seele nicht mehr mitmachen. Die staatliche Erwerbsminderungsrente greift erst spät und fällt niedrig aus. Effektiven Schutz bietet eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch selbst hier beläuft sich die durchschnittliche monatliche Rentenhöhe angesichts begrenzter Vorsorge-Budgets der Verbraucher auf Beträge zwischen 500 und 900 Euro pro Monat. Solche Versicherungen sind nach Meinung der Finanzexperten nicht sinnvoll, da der Lebensstandard sich nicht damit halten lässt.



Kommentare

Ffs 4. Februar 2013 um 11:44

Für mich stellen sich da zwei Fragen:
1. Wieviel € brauche ich zur Absicherung meines Lebensstandards? ~2000? Was ist die Prämie dafür? 800€ (vom Netto-Einkommen!)  -> nicht finanzierbar
2. Wann zahlen die Versicherungen? Wieviele Arme müssen wir fehlen damit ich für einen Bürojob berufsunfähig bin? -> nicht sinnvoll

Antworten

4. Februar 2013 um 21:12

 Hallo Ffs,

1) Augen zu und durch? Lieber das neuste Smartphone + Flattscreen + a6 anstatt Existenzsschutz?
Genug der Vorwürfe…
2) Es geht hier nicht um "Unfälle" wo der "Arm" ab ist… Wie wäre es mit Krebs? Tumore? Psyche? Herzinfakt? Schlaganfall? Hirninfakt? Typische BU-Leistungsfälle für "Bürokräfte"..

Ffs 5. Februar 2013 um 09:51

 Hallo D
zu 1: naja 800€ sind schnell mal 25% vom Netto-Einkommen – das muß man auch erstmal haben 🙂 Neben Flatscreens wollen u.U. auch Kinder versorgt werden.
zu 2: Alles klar, für diese Fälle empfehle ich eine Dread Disease Versicherung – kostet ca. 150€/Monat und bietet 50-100k€ im "Schadensfall" – d.h. sobald Du was hast wo Du länger als 3 Tage im Krankenhaus liegst kriegst Du 50-100k€ z.B. für ein behindertengerechtes Auto / Treppenlift oder was Du halt brauchst

Generell gilt vereinfacht gesagt: je teurer eine Versicherung – desto sinnvoller. Wenn man sie nicht brauchen würde wären die Prämien niedriger (Spieltheorie Erwartungswert etc.).

Wie im Artikel geschrieben wird eine Versicherungsleistung auf Grundversorgung angerechnet. Also lieber gleich hintenrum das Geld anlegen/beiseite schaffen als da wo der Staat es für mich umverteilt (natürlich blöd wenn es einen mit 35 erwischt und noch nix beiseite gelegt ist). Dito Riester: heute steuerfrei einzahlen morgen 60% abgeben weil nicht alle riestern (wollen und können). D.h. für mich solange die gerechte Sozialisierung der Kosten nicht sichergestellt ist glaube ich nicht an BU/Riester etc.

Gruß
FFS


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