Skip to main content

Stichtag 1. März: So ist der Heckenschnitt wirklich geregelt

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2015

In § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist geregelt, dass Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden dürfen. Die ARAG Rechtsschutzversicherung erläutert, was Gartenfreunde wegen § 39 Bundesnaturschutzgesetz u.a. beim Heckenschnitt alles wissen und beachten sollten.

Bäume, die in Haus- oder Kleingärten stehen, sind von dem Schnitt-Verbot zwar ausgenommen, das heißt: sie dürfen das ganze Jahr über  grundsätzlich gefällt oder zurückgeschnitten werden. Jedoch sollten Gartenfreunde zunächst abklären, ob es in Ihrer Kommune eine Baumsatzung gibt, die das Fällen verbietet oder Genehmigung dafür verlangt. Und wenn sich Vögel den Baum als Nistplatz ausgesucht haben, müssen Sie Ihr Vorhaben ebenfalls zurückstellen.

Denn nach § 39 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, „Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.“

Heckenschnitt oder Baumfällung bei Gefahr immer erlaubt

Jederzeit erlaubt sind laut Bundesnaturschutzgesetz dagegen schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen. Die Spitzen, die seit dem letzten Rückschnitt an Ihrer Ligusterhecke gesprießt sind, dürfen sie also abschneiden und auch gegen den Pflegeschnitt der Obstgehölze hat der Gesetzgeber nichts.

Die Verbote des § 39 Bundesnaturschutzgesetz gelten im außerdem dann nicht, wenn die Maßnahmen der Gewährleistung der Verkehicherheit dienen und nicht zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden können. Das kann z.B. der Fall sein, wenn die große Hecke nach einem Sturm auf den angrenzenden Bürgersteig zu kippen droht. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte aber – wenn möglich – die zuständige Naturschutzbehörde informieren und erfragen, ob eine Genehmigung erteilt wird.

[box type=“info“]Die ARAG mahnt: Verstöße gegen die Verbote des § 39 BNatSchG wertet das Gesetz als Ordnungswidrigkeit. Und die kann – egal, ob mit Vorsatz oder fahrlässig gehandelt wurde – mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden.[/box]



Kommentare

Peter 15. Februar 2018 um 09:01

Wer haftet im Fall des Falles bzw. müsste das Busgeld zahlen: der Eigentümer, die ausführende Firma oder auch der private Helfer?

Antworten

N. Hecken 21. Dezember 2017 um 11:28

Nützlicher Beitrag.
Vielen Dank.
Lg

Antworten

Jörren 26. November 2017 um 14:33

Die stadt, in der ich wohne, hat im Oktober 2017 eine Feldgehölzfläche von ca 0,4 ha gerodet/gemulcht. Als rechtfertigung gibt sie zur Antwort, Jagdpächter und Landwirte hätten das veranlasst. Die Arbeiten wurden seitens des städtischen Bauhofes an ein Unternehmen vergeben. Sonstige Gründe für diesen Eingriff werden nicht angegebern. Auf diesem und dem angerenzenden Gehölz sind alle vier Dorngrasmücken vertreten. Die Stadet besteht in ihrer Antwort darauf, dass es sich um eine Pflege gehandelt habe. In einer abenteuerlichen Argumentation behauptet die Stadt, solche Arbeiten auf einem solchen Gebiet seien lediglich im Sommerhalbjahr verboten(Verwechslung wohl mit Heckenschnitt). Ich bin ehrenamtlich auf unterer Eberne im Naturschutz tätig. Was kann ich tun? welche rechtlichen Scvhritte sind möglich und an wen wendet man sich dazu

Antworten

Susie 18. Juli 2017 um 19:52

Mein Nachbar hat für den 20.7.2017 Heckenschnitt geplant, es kommt eine Firma. Darf eine Firma das obwohl man doch jetzt wegen Nestern keine Hecke schneiden darf.

Antworten

Klaus Lebek 9. Mai 2017 um 08:21

Heute am 09,05,2017 wird in Willich an der Kochstraße die Hecke durch die Mitarbeiter der Stadt Willich die Hecke zurück geschnitten obwohl ich darauf hingewiesen habe , daß in der Hecke Zaunkönige nisten. Mir wurde gesagt , das der Heckenrückschnitt erlaubt ist nur Baum und Heckenfällungen sind verboten ist das so richtig?

Antworten

Anonymous 28. Mai 2017 um 15:29

Wenn die Herren von der Stadt keine Ausnahmegenehmigung haben wird es eng……sehr eng


Oliver H. 6. Mai 2017 um 05:09

Ich habe ein Grundstück neu erworben in dem sich ein 100qm Garten an einer stark frequentierten Straße befindet. Dieser Garten ist verwildert. Darf ich dort die Büsche und Straucher nach Prüfung ob sich brütende Vögel dort befinden komplett entfernen? Die Büsche drücken den Zaun zur Straße. Es soll dort ein Carport gebaut und Obstbäume gepflanzt werden. Wir leben auf dem Land mit drumherum viel Wald.

Antworten

Walther 22. Februar 2017 um 17:59

Ab wann darf ich die Hecken schneiden ,die sich in oder angrenzend einer Hotelanlage befinden ?

Antworten

Adolf Viering 7. November 2016 um 10:48

Heute am 7.11.16 wurde im Auftrag der Hausverwaltung die Hecke geschnitten obwohl sich 2 besetzte Vogelnester in der Hecke befinden.Besser gesagt,befanden.Klarer Verstoss gegen §39 des Bundesnaturschutzgesetzes.Steht alles auf Papier,umsetzten gleich Null.Kümmert sich niemand drum.

Antworten

Stefanie 9. März 2017 um 12:00

Am 7. November sind keine Nester mehr besetzt. Darum ist es auch erlaubt, vom 1. Oktober bis Ende Februar alle notwendigen Schnittmaßnahmen vorzunehmen.
Verboten nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist der (radikale) Schnitt nur zwischen März und September.
In Ihrem Fall hat also niemand gegen das Gesetz verstoßen.


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!


Beliebte Suchen mit Google


bundesnaturschutzgesetz heckenschnitt (187)heckenschnitt gesetz (131)heckenschnitt nrw (96)heckenschnitt wann erlaubt (75)hecke schneiden gesetz (64)heckenschnitt verbot (53)heckenschnitt wann (45)hecke schneiden nrw (37)heckenschnitt bis wann (34)heckenschnitt verbot nrw (29)hecken schneiden gesetz (27)hecken schneiden gesetz nrw (26)bundesnaturschutzgesetz 39 heckenschnitt (23)bundesnaturschutzgesetz §39 (20)verbot heckenschnitt (20)
https://progressive.ua

profvest.com/

profvest.com
Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Stichtag 1. März: So ist der Heckenschnitt wirklich geregelt