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Die ING-Diba und die Quellensteuer

Zuletzt aktualisiert: 2. Januar 2013

Einige erinnern sich vielleicht noch daran: Anfang der 90er entwickelten Banken ungeheure Energie, ihren Kunden beim Geld-Tourismus zu helfen. Es ging darum, das Geld vor allem nach Luxemburg und in die Schweiz zu transferieren. Damit sollte die in Deutschland drohende Quellensteuer umgegangen werden.

Nun ist es völlig legal, seinem Geld einen Auslandsurlaub zu gönnen. Sogar zur Vermeidung von Quellensteuer. Entscheidend ist nur, dass die Kapitalerträge hinterher in Deutschland versteuert werden. Denn egal, wo das Geld sich aufhält: Steuerpflichtig ist man hier grundsätzlich mit seinem Welteinkommen.

Da aber seinerzeit alles darauf angelegt war, dass die Kapitalerträge nicht versteuert wurden, gab es ganz viele Verfahren gegen Kunden (wegen Steuerhinterziehung) und gegen Banken bzw. deren Mitarbeiter (wegen Beihhilfe zur Steuerhinterziehung). Die Deutsche Bank etwa musste knapp 60 Millionen Euro Bußgeld löhnen. Seitdem findet sich praktisch auf jedem Papier einer Bank ein Hinweis wie „Kapitalerträge sind steuerpflichtig!“.

So, und nun schauen wir uns mal auf der Website der sensationellen ING-Diba um und lesen die „Infos für kritische Bankkunden“:
„Anleger können die EU-Zinssteuer jetzt noch durch Depot-Umschichtungen umgehen„, heißt es da in der Überschrift.
Und weiter: „Clevere Anleger können diese Neuregelungen umgehen. Sie schichten ihr Depot so geschickt um, dass sie weder eine Kontrollmitteilung fürchten noch Quellensteuer abführen müssen.“
Und weiter: „So können deutsche Anleger, die ein Depot in Luxemburg, Österreich und Belgien haben, diese Zinserträge ohne Quellensteuerabzug kassieren – und zwar voraussichtlich ohne zeitliche Begrenzung.“
Und weiter: „Auch die im Juli und danach vorgenommenen Transaktionen von festverzinslichen Papieren zahlen sich für Sparer mit einem Depot in Luxemburg, Österreich und Belgien in der Regel aus.“ Und weiter: „Bieten die Bestimmungen doch selbst den eidgenössischen Banken genügend Spielraum, damit auch die deutschen Kunden in der Alpenrepublik mit der EU-Zinssteuer weiterhin nichts zu tun haben.“ Usw.

Sollte jemand in dem Werk den Hinweis finden, dass Kapitalerträge trotzdem in Deutschland zu versteuern sind, bitte ich um eine Nachricht. Solange betrachte ich jedenfalls diese „Infos für kritische Bankkunden“ als eine Art Anleitung zur Steuerhinterziehung.



Kommentare

x-man 4. August 2006 um 18:42

Das Anleger ihr Geld ins Ausland bringen ist doch nichts anderes als eine Form der Notwehr. Werden Kapitaleinkommen, die aus versteuerten Einkommen stammen, noch mal besteuert, liegt ein doppelte steuerliche Belastung vor. Die Steuer auf Kapital Ert

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