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Renten-Schock: Bei Versorgungslücke kommt es auf das Netto-Einkommen an

Kaum ein Monat vergeht ohne neue Studie zur Altersvorsorge. Die Ergebnisse sind praktisch immer gleich: Ohne weitere private Altersvorsorge droht den Bundesbürgern bittere Altersarmut. Meist sind es Unternehmen wie Versicherungen oder Banken, die diese Studien in Auftrag geben und ganz offensichtlich für den Verkauf von Altersvorsorge-Verträgen nutzen wollen.

Typisch dabei ist, dass die „Versorgungslücke“ in Prozent zum letzten Brutto-Einkommen eines Berufstätigen angegeben wird. So vermeldete jüngst eine Fondsgesellschaft, mit Rentenbeginn könne der durchschnittliche Bundesbürger lediglich 56 Prozent seines letzten Brutto-Einkommens erwarten – eine Versorgungslücke mithin von 44 Prozent. Für die BILD-Zeitung eine neue „Schock-Studie“.

Dem späteren Rentner kann der Unterschied zum bisherigen Brutto-Einkommen aber ziemlich egal sein. Für den Alltag maßgeblich ist das Netto-Einkommen. Und netto betrachtet sieht die Lage der Rentner besser aus, als die Auftragsstudien üblicherweise weismachen wollen. Das hat folgende Gründe.

Einkommenssteuer: Aufgrund der Steuerprogression in Deutschland steigt die Steuerlast mit steigendem Einkommen überproportional an – andererseits fällt sie überproportional, wenn das Einkommen sinkt. Das kommt Rentnern zu Gute. Vereinfacht gesagt: Halbiert sich das Einkommen, wird sich die Steuer mehr als nur halbieren.

Sozialabgaben: Der Abzug von Sozialabgaben für gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung entfällt bei einem Rentner. Allein der Arbeitnehmeranteil an der gesetzlichen Rentenversicherung schmälert das Bruttoeinkommen eines Berufstätigen derzeit um knapp zehn Prozent.

Die Netto-Einbuße im Vergleich zum letzten Arbeitseinkommen fällt dadurch spürbar geringer aus. Der Fachinformationsdienst FINTEXT.de, Düsseldorf, hat errechnet: Auf Basis heutiger Steuertabellen kommt ein Rentner-Ehepaar mit 75 Prozent des vorherigen Brutto-Einkommens etwa auf so viel Netto-Einkommen wie zuvor im Berufsleben. Dabei wurde ein Renteneintritt 2007 unterstellt, bei dem 54 Prozent der gesetzlichen Rente versteuert werden müssen. FINTEXT-Steuer-Experte Hans W. Fröhlich: „Der steuerpflichtige Anteil steigt in den nächsten Jahren an und erreicht 2040 schließlich 100 Prozent.“

Auch das Szenario einer vollen Renten-Besteuerung für Neu-Rentner im Jahr 2040 hat FINTEXT.de durchgerechnet Mit 75 Prozent des bisherigen Brutto-Einkommens käme das Rentner-Ehepaar noch auf etwa 90 Prozent des letzten Netto. Bezieht das Beispiel-Ehepaar nur die Hälfte seines bisherigen Brutto-Arbeitseinkommens, bleibt netto immerhin noch etwa zwei Drittel des bisherigen Netto-Einkommens. Steuer-Experte Fröhlich: „Niemand kann seriös sagen, wie sich das Netto-Einkommen eine Rentners in 30 oder 40 Jahren berechnet. Bis dahin kann der Gesetzgeber viel ändern. Aber dass die Versorgungslücke netto geringer ist als brutto, dürfte immer so bleiben.“


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