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Elternzeit beantragen ist verbindlich

Zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2013

Was früher der „Erziehungsurlaub“ war, heißt heute „Elternzeit“. Der neue Begriff ist durchaus sinnvoll: Schließlich hat es wenig mit Urlaub zu tun, wenn sich ein Elternteil voll um die Versorgung eines Babys kümmert. Allerdings sollten sich beide Elternteile vor der Geburt gut überlegen, wie und wie lange sie Elternzeit in Anspruch nehmen wollen. Denn ist sie einmal beim Arbeitgeber beantragt, gibt es kein Zurück mehr.

Elternzeit wie lange? So lautet eine typische Frage. Die Dauer der Elternzeit ist wie folgt geregelt: Väter und Mütter haben nach der Geburt ihres Kindes Anspruch auf Freistellung von der Arbeit für maximal drei Jahre (§15 Bundeserziehungsgeldgesetz). Bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres ihres Kindes legen sie sozusagen eine „Berufspause“ ein, mit der Garantie, nach dieser Zeit wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückzukehren.

Ist es den Eltern jedoch wichtig, zum Beispiel während des ersten Schuljahres ihres Kindes zu Hause zu bleiben, so kann die Elternzeit auch verschoben werden. „Stimmt der Arbeitgeber zu, können bis zu zwölf Monate von der Elternzeit auf die Zeit bis zum achten Geburtstag des Kindes übertragen werden“ sagt die Arbeitsrechtlerin Professor Hildegard Gahlen von der FOM-Hochschule Essen.

Dauer der Elternzeit ist verbindlich

Beginnt die Elternzeit unmittelbar nach der Geburt des Kindes (Elternzeit des Vaters) oder nach Ende der Mutterschutzfrist, so muss sie spätestens sechs Wochen vor Beginn schriftlich beim Arbeitgeber beantragt werden. Gleichzeitig muss die Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer verbindlich ankündigen, für welchen Zeitraum sie innerhalb von zwei Jahren die Berufspause einlegen wollen. Nach Ablauf dieser zwei Jahre kann entweder ein drittes Jahr direkt genommen oder aber auf später verschoben werden. Diese über den Zeitraum von zwei Jahren hinausgehende Elternzeit muss acht Wochen vor Beginn mitgeteilt werden. „Aus Beweisgründen sollte der Arbeitnehmer darauf achten, sich die Erklärung der Elternzeit vom Arbeitgeber schriftlich bestätigen zu lassen oder aber die Erklärung mit einem Einwurfschreiben zuzusenden“ so Professor Gahlen.

Sind beide Elternteile berufstätig, so können sie die Elternzeit entweder untereinander aufteilen und sich somit abwechseln, oder aber auch die gesamte Elternzeit gemeinsam nutzen. Der Anspruch auf Elternzeit gilt auch für Adoptiv- und Pflegeltern. Wichtig: Sobald der Arbeitnehmer die Elternzeit bei seinem Chef beantragt hat, besteht Kündigungsschutz. Der Beschäftigte kann somit sicher sein, dass er nach Ende der Elternzeit wieder an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehren kann. Der Arbeitgeber kann nur dann einen neuen Arbeitsplatz zuteilen, wenn dieser dem Arbeitsvertrag des Elternteils entspricht.

Arbeiten während Elternzeit möglich

Seit der Änderung des Bundeserziehungsgeldgesetzes zum 1. Januar 2001 hat der Beschäftigte Anspruch darauf, auch während der Elternzeit unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 30 Wochenstunden zu arbeiten:

  • Der Betrieb beschäftigt mehr als 15 Arbeitnehmer
  • Der Arbeitnehmer ist länger als sechs Monate in dem Betrieb beschäftigt
  • Dem Anspruch stehen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen
  • Der Beschäftigte teilt seinen Wunsch auf Teilzeit acht Wochen vor Beginn seinem Chef schriftlich mit.

Tipp: Will ein Elternteil auch nach Ende der Elternzeit nicht mehr auf eine Vollzeitstelle, so stehen seine Chancen ziemlich gut. Konnte sein Chef während der Elternzeit keine gravierenden Gründe nennen, die einer Reduzierung der Arbeitszeit entgegenstehen, so wird er eine Ablehnung der Teilzeitarbeit auch jetzt nur schwer begründen können.



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