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Erdbeben bei Köln: Was zahlt die Versicherung?

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2017

Ein Erdbeben der Stärke 2,7 auf der Richterskala erschreckte heute die Menschen in Bergheim bei Köln, einer gefährdeten Region (siehe unten). Größere Schäden hat es diesmal wohl nicht gegeben. Aber was wäre bei einem größeren Beben: Wie sieht es dann mit dem Versicherungsschutz aus? Wo ist eine Erdbebenversicherung sinnvoll?

Wer nach einem starken Erdbeben aber auf seine übliche Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung hofft, wird enttäuscht werden. Versicherte Risiken sind in der Regel Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Erdbebenschäden müssen bislang extra versichert werden, und zwar mit der sogenannten Elementarschaden-Deckung. Versichert ist dann zusätzlich:

  • Überschwemmung (Hochwasser)
  • Rückstau
  • Erdbeben
  • Erdfall/Erdrutsch
  • Schneedruck/Lawinen
  • Vulkanausbruch

Im Schadenfall muss der Kunde in der Regel zehn Prozent des Schadens selber tragen, meist begrenzt auf 5.000 Euro.

Elementarschäden: Versicherungspflicht kommt nicht

Wie viel der Elementarschaden-Schutz extra kostet, hängt von der exakten Lage des Gebäudes ab. Von Hausnummer zu Hausnummer in der gleichen Straße kann es unterschiedliche Prämien geben. Die Versicherungswirtschaft hat das Land in vier Risikozonen eingeteilt, wobei es vor allem auf das Hochwasserrisiko ankommt, weniger auf das Risiko von Erdbeben.

Erdbeben: Deutschlands gefährlichsten Ecken

Als besonders gefährdet für Erdbeben gelten in Deutschland die Gebiete „Kölner Bucht“, der Rheingraben, die Schwäbische Alb sowie die Gegend um Gera in Thüringen. 2011 wurden z.B. in der „Kölner Bucht“ zwei Beben mit einer Stärke von über registiert, und zwar östlich von Koblenz (Rheinland-Pfalz) sowie in Goch (NRW).  

Sehr starke Beben, die Todesopfer forderten, gab es laut Allianz hierzulande nur zweimal. So kamen 1756 bei dem Erdbeben bei Düren (NRW, zwischen Aachen und Köln) zwei Menschen ums Leben. Bei Erderschütterungen mit 6,4 auf der Richterskala geriet der Turm der Aachener Augustinerkirche in Schräglage und musste später abgerissen werden. In Aachen brachen mehrere Häuser zusammen, 300 Schornsteine stürzten herab. Das Erdbeben von Tollhausen mit einem Wert von 5,9 auf der Richterskala im Jahr 1878 forderte ein Todesopfer und verursachte Giebeleinstürze, Mauerrisse und Kaminschäden.

Die Kosten von Erdbeben-Schutz

In der günstigsten Risikoklasse kostet die Elementarschaden-Deckung als Zusatz zur Hausratversicherung wenige Euro, als Zusatz zur Gebäudeversicherung mit zum Beispiel 300.000 Euro Versicherungssumme sind etwa 100 Euro Jahresprämie zu veranschlagen. Je höher die Risikoklasse, desto teurer wird es.

Laut Versichererverband GDV sind 98,5 Prozent der Gebäude in Deutschland ohne Probleme versicherbar. Die Bundesregierung ließ die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden prüfen,  (mehr auf Test.de). Ob man Erdbebenschutz bekommt, ist also vom Wohlwollen eines Versicherers abhängig.

Die Stiftung Warentest rät: „Immobilienbesitzer in Risikozonen sollten sich dringend um einen Versicherungsschutz für Elementarschäden bemühen. Die gesamte Korrespondenz mit dem Versicherer muss sicher aufbewahrt werden – auch wenn der Versicherungsschutz abgelehnt wird. So bleibt nach einem Schaden wenigstens die Chance auf staatliche Unterstützung.“



Kommentare

Honoro 26. Dezember 2015 um 09:35

Schöner Artikel. An ein Erdbeben denkt wohl kein Hausbesitzer. Aber auch diesem Grund sollten die Elementargefahren mitversichert sein.

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