Immobilienpreise Mallorca

Immobilienpreise Mallorca: Ob sie steigen oder sinken - so finden Sie verlässliche Prognosen

16/02/2019 Über die Immobilienpreise auf Mallorca kursieren die unterschiedlichsten Daten. Der aktuelle Quadratmeterpreis für eine Wohnung in Palma de Mallorca wird 2019 mal mit 2.500 Euro angegeben, mal mit 4.500 Euro. Welche Immobilienpreise sind realistisch, welcher Preis ist fair, sei es beim oder einer anderen Immobilie?

Engel & Völkers über die Immobilienpreise Mallorca

Engel & Völkers Werbefilm: Die Immobilienpreise Mallorca steigen praktisch immer, wenn man Immobilienmakler fragt. Aber die selbsterstellten Studien nennen teilweise ganz andere Daten, als in unabhängigen Quellen veröffentlicht werden.

Welche Faktoren die Preise bestimmen

Geht es um die konkreten Quadratmeterpreise, sind die Unterschiede bei den Daten etwa so groß wie Bratwurstbude und Szene-Restaurant. Bei den Immobilienpreisen und Durchschnittswerten ist zunächst folgendes zu berücksichtigen:

  • Kleines Angebot/ großes Angebot: Gibt es an einem Ort ein großes Angebot an Immobilien, sind Durchschnittszahlen aussagekräftiger als bei einem kleinen Angebot, bei dem wenige Objekte den Schnitt zufällig beeinflussen können.
  • Preis-Ausreißer: Besonders billige oder besonders teure Immobilien, also die auf Mallorca teils vorhandenen Mega-Luxusobjekte, können einen Durchschnittswert verfälschen.
  • Neubauten/ Gebrauchtimmobilien: Neubauten sind deutlich teurer. Wurden sie in eine Statistik einbezogen, zieht das den Durchschnitt nach oben.
  • Kleine Objekte/ große Objekte: Bei einer kleinen Immobilie ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis meist etwas höher. Im gleichen Haus mit ansonsten gleichen Eigenschaften kostet eine 50 qm große Wohnung also je Quadratmeter meist mehr als die 120 qm Wohnung.
  • Privatanbieter/ Makler: Eine Statistik, die nur Maklerangebote enthält, wird generell die höheren Preise ausweisen. Denn im "Maklerpreis" sind in der Regel fünf Prozent Courtage eingerechnet.
  • Wohnfläche/ konstruierte Fläche: Die Umrechnung nach Quadratmeter erfolgte in Spanien in der Regel nach "konstruierter Fläche", ein in Deutschland kaum bekannter Begriff. Das ist etwa 10 bis 15 Prozent mehr als die reine Wohnfläche, weil die Mauern mit einbezogen werden.

Zu unterscheiden ist außerdem zwischen Angebotspreis und Verkaufspreis. So werten"Idealista" als auch "Porta Mallorquina" Angebotspreise aus (siehe unten). Ob dieser Preis später tatsächlich erzielt wird, weiß niemand. Mitunter hat Käufer noch 5 bis 10 Prozent Verhandlungsspielraum einkalkuliert.

So haben sich die Immobilienpreise auf Mallorca laut Tinsa in den vergangenen Jahren entwickelt.
So haben sich die Immobilienpreise auf Mallorca laut Tinsa in den vergangenen Jahren entwickelt.

Mallorca: Wer ermittelt eigentlich die Immobilienpreise?

Es gibt verschiedene Quellen für die Immobilienpreise Mallorca. Sie sind teilweise wenig nützlich, werden aber oft verbreitet und sind im Internet zu finden. Lesen Sie hier, wie Sie Daten kritisch prüfen und vergleichen.

Immobilienportale (z.B. Idealista)

Alle großen Immobilienportale veröffentlichen regelmäßig für PR-Zwecke Auswertungen zu den Immobilienpreisen in bestimmter Regionen, etwa auf Mallorca. Daten gibt es unter anderem von den spanischen Portalen Idealista, Habitalia oder Pisos.com.

Der Vorteil dieser Preisangaben ist, dass sie auf einer Vielzahl von veröffentlichten Angeboten beruhen und Angebote mit einbeziehen, die sich eher an Einheimische auf Mallorca richten. So sind auch günstigere Immobilien mit dabei. Außerdem inserieren dort oft auch Privatleute. Der Nachteil: Es handelt sich um Angebotspreise. Ob tatsächlich dafür ein Verkauf zu Stande kommt, weiß niemand. Gerade die Mallorquiner setzen gerne erstmal hohe Preise an, um dann Spielraum für Preisverhandlungen zu haben. Außerdem werden oft Quadratmeterpreise genannt, die verzerrt sind, weil z.B. die Quadratmeter sehr großzügig geschätzt wurden und Balkone und Abstellflächen wie Wohnfläche behandelt werden. Dann wirkt der Immobilienpreis günstiger als er ist.

Immobilienmakler (z.B. Porta Mallorquina)

Ebenfalls zu PR-Zwecken veröffentlichen Immobilienmakler auf Mallorca Preisübersichten, die gerne von Medien aufgegriffen werden. Bei Mieten ist das zum Beispiel “Mietbörse Mallorca”, bei Ferienimmobilien der Makler “Porta Mallorquina”, der dafür eine Studie in Auftrag gibt. Meist berichten die Makler von steigenden Preisen.

Die Qualität dieser Daten lässt sich nicht überprüfen, die Methodik ist etwas fragwürdig. Die genannten Immobilienpreise basieren in der Regel auf dem “eigenen Bestand” und sind zudem ebenfalls Angebotspreise. Das führt dazu, dass die eigenen Immobilienangebote als der Richtwert dargestellt werden. Das ist natürlich praktisch, denn sollte einem Kaufinteressent das Angebot zu teuer vorkommen, werden ihm die selbst in die Welt gesetzten Zahlen als Vergleich präsentiert. Bei der Preisstudie von “Porta Mallorquina” werden zwar mehrere Makler einbezogen, aber nur solche, die ebenfalls im Luxussegment tätig sind; der Einheimischen-Markt kommt überhaupt nicht vor. Nützlich sind die Zahlen aber dennoch, um Regionen-Trends zu erkennen. Es lässt sich ablesen, welche Regionen auf Mallorca derzeit mehr oder weniger gefragt sind.

Schätzgesellschaften (z.B. Tinsa)

Unternehmen wie Tinsa werden im Auftrag von Immobilieneigentümern tätig und schätzen den aktuellen Wert einer Immobilie. Dann kostet einige hundert Euro. Die gesammelten Ergebnisse werden gerne den Medien zur Verfügung gestellt, um Aussagen über Preistrends zu treffen, etwa für Regionen auf Mallorca. Tinsa verfügt über eine große Datenbasis und Fachwissen, einen Immoilienmarkt zu bewerten, etwa Mikrolage und Makrolage. In den Veröffentlichungen zu den Immobilienpreisen werden die Aufs genauso gezeigt wie die Abs.

Kritikpunkte könnten sein, dass natürlich der Immobilieneigentümer seine Immobilie schätzen lässt, der von einem “guten Preis” ausgeht und der zugleich die Kosten für die Bewertung tragen kann und will. Eine Schätzgesellschaft könnte auf Grund des Auftragsverhältnisses dazu neigen, den Preis der Immobilie auf Mallorca eher etwas höher anzusetzen, um dem Kunden eine Freude zu machen (es würde sich schnell rumsprechen, dass man bei dem oder jenem Immobilienschätzer einen unbefriedigenden Preis dokumentiert bekommt - und das dann auch noch bezahlen muss.)

Notare, Grundbuchämter, Regierung

Über die Preisentwicklung von Immobilien Mallorca gibt es zudem Preisspiegel, die auf den tatsächlichen Verkäufen beruhen. Diese Angaben sind sehr realistisch, etwa die Übersichten der Grundbuchführer, die unmittelbar die Daten aus den notariellen Kaufverträgen übernehmen. Schwächen dieser Daten sind, dass die Immobilienpreise meist nicht nach wichtigen Immobilienkriterien wie Mikrolage oder Ausstattung differenziert werden, so dass die Daten eher einen allgemeinen Marktüberblick ermöglichen. Schon zwischen Mallorca, Ibiza und Menorca gibt es große Preisunterschiede, so dass die Preisangaben für die Balearen wenig weiterhelfen bei der Frage, ob der Verkaufspreis einer Immobilie angemessen ist. Für eine Marktüberblick sind die Daten aber bestens geeignet, insbesondere die Veröffentlichungen der Grundbuchführer (http://www.registradores.org/).

Katasterwerte vs Immobilienpreise

Mallorca_Katasterwerte_2017

Die Katasterwerte haben nur wenig mit den Immobilienpreisen zu tun, die auf Mallorca am Markt gehandelt werden. Sie entsprechen nur einem Bruchteil des Marktpreises, sind aber ein guter Indikator, welche Gegenden teurer oder billiger sind und wo es Veränderungen gibt. Sehen Sie hier eine "Heatmap" der Katasterwerte Mallorca für das Jahr 2017 (Quelle: Ibestat) Es zeigt sich, dass vor allem in Deia und Soller hohe Katasterwerte ausgewiesen werden, aber auch nahe Inca. All diese Orte liegen um das Tramuntana-Gebirge herum.

Aktuelle Immobilienpreise der 30 wichtigsten Orte (eigene Recherche)

Ortqm-Preis €
Porto Cristo 2100
Binissalem2400
Can Picafort2500
Cala Ratjada3000
Llucmajor (Landesinnere)2600
Cala Millor2700
Port de Alcudia2600
Sa Coma2600
Playa de Palma3000
Puerto de Pollença3500
Sa Ràpita3400
Sóller3600
Costa de la Calma3700
Sant Jordi3600
Peguera3800
Santanyi3500
Alcudia3500
Andratx Dorf3700
Cala Mayor3600
Cala Vinyes3900
Pollença3800
Valdemossa3600
Calvia (Stadt)3700
Santa Ponça4000
Palma Altstadt4000
Portixol/Molinar5000
Illetes5500
Portals Nous5600
Port de Andratx6500
Son Vida6000

Die Preis-Prognosen für 2019

Im Herbst 2018 sprach die Mallorca Zeitung mit mehreren Marktkennern, wie sie die Entwicklung der Immobilienpreise Mallorca einschätzen. Insgesamt zeigte die Umfrage, dass ein Abflachen des Booms erwartet wird. Lesen Sie hier die wichtigsten Aussagen.

Immobilien-Bewertungsgesellschaft Tinsa

Die Statistik zeigt, dass Häuser und Wohnungen auf Mallorca heute im Schnitt noch immer rund 23 Prozent weniger kosten als vor elf Jahren, dem Höchststand vor dem Crash.

José Mir, Immobilienmakler-Verband

Der Markt bremst gerade ein wenig. Das bedeutet aber nicht, dass die Preise nicht weiter steigen. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres sind Immobilien auf den Inseln im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,9 Prozent teurer geworden, in Palma gar um 12,9 Prozent. Wobei die letzte massive Preiserhöhung im zweiten Halbjahr 2017 verortet werden kann. In diesem Jahr ist der Anstieg bislang moderat. Eine Immobilienblase wie vor dem großen Crash 2007 ist derzeit nicht absehbar.

Ulrike Eschenbecher, Porta Mallorquina

Die Nachfrage ist zwar weiterhin sehr ausgeprägt. Auch, weil in Deutschland mittlerweile der Markt leer gefegt ist, weicht so mancher auf die Insel aus und kauft sich eine Zweitresidenz oder eine Wohnung als Kapitalanlage.
Die Leute zahlen allerdings nicht mehr jeden Preis. Die Kunden informieren sich vorher sehr genau, was ein Objekt in der von ihnen bevorzugten Lage kosten darf.

Miguel Perelló, Inmogestión Balear

Die wahnsinnigen Preissteigerungen innerhalb von kurzer Zeit sind erst einmal vorbei. Die Leute zahlen nicht mehr jeden beliebigen Preis für eine Wohnung.Die Gehälter der Einheimischen sind nicht annähernd in gleichem Maße wie die Immobilienpreise gestiegen.

Lutz Minkner, Minkner

Ein wenig Entspannung hat die Tatsache gebracht, dass die Bautätigkeit nach acht Jahren des Quasi-Stillstands zwischen 2008 und 2015 zumindest langsam wieder Fahrt aufnimmt. Mehrere Wohnprojekte in Palma sind gerade im Bau oder geplant. Das größte davon im Viertel Nou Llevant nahe des Kongresszentrums. Hier entstehen in den kommenden zwei Jahren über 400 Wohnungen, von denen die günstigsten bei rund 250.000 Euro starten.

Andreas Kunze, Finblog.de

Stimmungsmache gegen die - überwiegend ausländischen - Touristen, Touristensteuer, gestiegene Hotelpreise, günstigere Wettbewerber wie Türkei und schlechtes Wetter werden ebenfalls für den Immobilienmarkt Folgen haben. Sollte der Tourismus tatsächlich einknicken, werden viele Arbeitskräfte wieder gehen müssen. Durch die Abwanderung allein werden die Mieten wieder sinken. Sinken aber die Mieten, ist es mit der Goldgräber-Stimmung bei den Kaufpreisen auch vorbei.

 Die in den Medien genannten Immobilienpreise Mallorca sollten kritisch gesehen werden. Der Immobilienmarkt Mallorca ist sehr intransparent. Vergleichen Sie mehrere Daten.

Ihre Bewertung für den Artikel "Immobilienpreise Mallorca":

12345 (2 votes, average: 5,00 out of 5)

Loading...

Vielen Dank für Ihr Interesse! .