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Investmentfonds: Provisionsmodell „Zillmerung“ wie bei Policen

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2013

Bislang zahlen Fondssparer den so genannten „Ausgabeaufschlag“ mit jeder Rate. Bei Aktienfonds beträgt er regulär meist fünf Prozent. Das bedeutet: Überweist der Sparer monatlich beispielsweise 100 Euro, fließen nur 95,24 Euro in das Fondsvermögen – knapp fünf Euro zieht die Fondsgesellschaft vorher ab und vergütet damit insbesondere den Verkäufer. Der Verkäufer hat damit eine regelmäßige, aber eher kleine Einnahme.

Üppiger fließen die Provisonen seit jeher bei Lebens- und Rentenversicherungen: Die Provision bemisst sich nach der Summe aller künftig vom Kunden zu zahlenden Beiträge. Ein Beispiel: Soll der Vertrag bei einer Monatsrate von 100 Euro über 30 Jahre (360 Monate) laufen, ergibt sich eine Summe von 36.000 Euro Euro. Hat der Verkäufer einen Provisonssatz von beispielsweise vier Prozent, verdient er an dem Abschluss sofort 1440 Euro.

Zillmerung für hohe Verluste verantwortlich

Dieses nach dem Versicherungsmathematiker August Zillmer benannte Provisionssystem war in der Vergangenheit dafür verantwortlich, dass die Finanzvertriebe lieber Policen als Fonds verkauften. Wollte der Kunde Investmentsparen, bekam er einen Fondspolice – eine Lebensversicherung basierend auf Investmentfonds, aber mit hoher Sofortprovision. Mittlerweile sind jedoch Fondspolicen wie andere Kapitallebensversicherungen kaum noch verkäuflich, weil seit Jahresbeginn die Erträge zumindest teilweise versteuert werden müssen.

Damit Fonds trotzdem noch Abnehmer finden, wollen einige Anbieter nun das Provisionssystem der Lebensversicherungen übernehmen – und somit für die Verkäufer mehr Anreize schaffen. Für die Kunden drohen im Gegenzug die gleichen bösen Überraschungen wie bei den Policen: Da sie die ersten Jahre im Wesentlichen nur für Provisionen zahlen, müssen sie bei einer Kündigung – unabhängig von der Börsenentwicklung – mit hohen Verlusten rechnen.

Schön geredet wird das unter anderem mit dem Argument, nach ein paar Jahren würde schließlich der Ausgabeaufschlag entfallen. Doch der finanzielle Nachteil ist kaum wieder aufzuholen, wie der Renditeanalyst Michael Kronenberg weiß. Der Grund: „Durch den Abzug zu Beginn setzt der Zinseszins-Effekt viel später ein. Es ist lange Zeit kein oder nur wenig Kapital vorhanden, welches sich verzinsen kann.“

In Zahlen ausgedrückt: Bei einem 30-jährigen Fondssparplan mit 100 Euro Rate, 5 Prozent laufendem Ausgabeaufschlag und 8 Prozent angenommener Rendite per anno kommt der Sparer auf ein Endvermögen von 135.011 Euro. Werden indes 5 Prozent Ausgabeaufschlag auf die Gesamtsparleistung sofort dem Kunden belastet, muss er zunächst 18 Monate lang nur dafür zahlen – auch wenn der Ausgabeaufschlag danach komplett entfällt, ergibt sich nur noch ein Endvermögen von 124.600 Euro (s. Tabelle). Ein Verlust mithin von über 10.000 Euro. Experte Kronenberg: „Wer mit Fonds sparen will, sollte einen laufenden Ausgabeaufschlag vorziehen, der sich beim Kauf über Direktbanken oder Fondsshops noch erheblich reduzieren lässt.“ Ftx



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