Skip to main content

Krankheitskosten richtig beim Finanzamt geltend machen

Patienten dürfen Ausgaben steuerlich geltend machen, wenn sie der Heilung oder der Linderung von Krankheiten dienen. Die neue Praxisgebühr gehört nach übereinstimmender Auffassung von Steuerexperten zu den abzugsfähigen außergewöhnlichen Belastungen ebenso wie die (jetzt erhöhte) Zuzahlung zu verordneten Medikamenten oder die Ausgaben für (die aus dem Erstattungskatalog gekippten) Fahrten zum Arzt bzw. zu anderen Orten medizinisch notwendiger Aktivitäten.

Der Fiskus beteiligt sich aber nur oberhalb eines bestimmten Eigenbeitrags des Patienten. Diese sogenannte „zumutbare Belastung“ fällt je nach Einkommen und familiärer Situation unterschiedlich aus (s. Tabelle). Sie führt dazu, dass viele Patienten auf ihren Kosten sitzen bleiben oder nur in Ausnahmefällen das Finanzamt beteiligen können.

Der neue Belastungsschub wird aber dazu führen, dass deutlich mehr Patienten diese Grenze überwinden können. Am Jahresende kann es sich übrigens lohnen, im Rahmen der Familie anstehende teure Behandlungen (z.B. beim Zahnarzt) vorzuziehen oder zu verschieben, um die Hürde der zumutbaren Belastung durch die Konzentration von Ausgaben leichter zu überspringen.

Es ist jetzt wichtiger geworden, zu erkennen, was steuerlich als Krankheitskosten gilt, Belege für alles zu verlangen, was auch im Entferntesten dazu gehören könnte und all das sorgfältig zu sammeln. Das betrifft generell die selbst bezahlten Kosten für Medikamente (z.B. Zuzahlungen) und Hilfsmittel (z.B. Prothesen, Einlagen, Brillen, Hörgeräte), wenn sie vom Arzt oder Heilpraktiker verordnet wurden. Anerkannt werden Fahrtkosten (auch mit dem Taxi) zum Arzt oder zur Selbsthilfegruppe und angemessene Trinkgelder im Krankenhaus. Kurkosten werden übernommen, wenn die Notwendigkeit der Kur durch den Amtsarzt bescheinigt oder von der Kasse akzeptiert wurde. Die lange Liste der abzugsfähigen Krankheitskosten ist nicht abgeschlossen und auch immer wieder umstritten. Im Zweifelsfall deshalb lieber alles sammeln und angeben.

Die Belege sind auch aus einem anderen Grund wichtiger geworden. Patienten mit geringem Einkommen müssen seit Jahresbeginn solange Zuzahlungen leisten, bis die Krankheitskosten zwei Prozent ihres Jahreseinkommens überschreiten. Erst dann stellt die Krankenkasse eine Zuzahlungsfreistellung aus. Für chronisch Kranke liegt diese Grenze bei einem Prozent.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!


Beliebte Suchen mit Google


krankheitskosten steuerausgleich (26)
Наш полезный блог с информацией про https://agroxy.com.
www.coop-menkyo.jp

система полива газона
Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Krankheitskosten richtig beim Finanzamt geltend machen