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Mit „Antrag auf Termin“ länger Arbeitslosengeld

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2013

Ein neues Wahlrecht verwirrt viele Arbeitslose: Seit Jahresbeginn 2005 können sie bestimmen, zu welchem Zeitpunkt ihr Leistungsanspruch entstehen soll. Die Dauer des Arbeitslosengeldbezuges lässt sich so mitunter erheblich verlängern – es können aber Lücken im Krankenversicherungsschutz aufreißen.

Wie lange Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, hängt wesentlich von dem Lebensalter ab, das der Arbeitslose bei der Entstehung des Anspruchs vollendet hat. Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Anspruchsdauer zum Beispiel von 12 auf 14 Monate. Weitere Grenzpunkte sind das 47., das 52., das 55. sowie das 57. Lebensjahr. Je nach den zuvor zurückgelegten Monaten mit arbeitslosenversicherungspflichtiger Beschäftigung kann der Arbeitslosengeldanspruch auf bis zu 32 Monate steigen.

Naheliegend wäre es daher, dass etwa ein gerade gekündigter 56jähriger noch bis zu seinem 57.Geburtstag mit der Arbeitslosmeldung wartet, um sich einen längeren Anspruch zu sichern. Das Dilemma dabei: Wer gekündigt wurde, muss sich mittlerweile unverzüglich arbeitslos melden – sonst kann sein Arbeitslosengeld gekürzt werden (§§ 37a; § 140 SGB III).

Einen Ausweg bietet nun das seit 1. Januar 2005 geschaffene Wahlrecht nach § 118 Abs. 2 SGB III. Darin heißt es: „Der Arbeitnehmer kann bis zur Entscheidung über den Anspruch bestimmen, dass dieser nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll.“ Konkret bedeutet das: Der Arbeitslose kommt seiner Meldepflicht nach, beantragt aber Leistungen erst für die Zeit nach seinem Geburtstag.

An Krankenschutz bei Arbeitslosigkeit denken

Der Antrag kann nach Auskunft der Bundesarbeitsagentur für Arbeit noch bis zum Zugang des Bewilligungsbescheides gestellt werden – der Wunschbeginn muss allerdings innerhalb der nächsten drei Monate liegen. Bei einem zeitlich größeren Abstand sei eine erneute Arbeitslosmeldung erforderlich. Dabei ist aber unbedingt zu beachten: Macht ein Arbeitsloser von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch, muss er sich bis zum Leistungsbeginn selber um Krankenversicherungsschutz kümmern. Als freiwillig Versicherter bei einer gesetzlichen Kasse sind etwa 215 Euro monatlich zu zahlen. Während seiner „Wartezeit“ zahlt die Arbeitsagentur weder Kranken- noch Rentenversicherungsbeiträge.

Ab 1. Februar 2006 muss neu gerechnet werden: Die maximale Anspruchsdauer verringert sich dann von 32 auf 18 Monate. Die höhere Anspruchsdauer wegen Alters kann künftig nur fordern, wer mindestens 55 Jahre alt ist (s. Tabelle). Wer zu diesem Zeitpunkt bereits Arbeitslosengeld bezieht, behält seine Anspruchsdauer in jedem Fall für die Zeit, die im Bescheid genannt wurde. Wem Arbeitslosigkeit droht, wird ebenfalls nach altem Recht behandelt, wenn die Meldung bei der Arbeitsagentur bis zum 31. Januar 2006 erfolgt. Es gilt dann ebenfalls die Anspruchsdauer nach altem Recht.

Nur Arbeitslose, die nach diesem Stichtag „stempeln gehen“ müssen Einbußen befürchten. Daraus folgt allerdings auch: Wer als älterer Mensch nach einer Kündigung für kurze Zeit in einer Beschäftigungsgesellschaft „geparkt“ wird und deshalb sich erst nach dem 31. Januar 2006 arbeitslos meldet, hat möglicherweise einige Monate Berufstätigkeit mehr vorzuweisen – aber zu 14 Monate weniger Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Beispiel 1:
Karl Knaller (51) hat 30 Jahre lang gearbeitet und kann ab 1. April Arbeitslosengeld I beanspruchen, und zwar für 22 Monate. Am 30. Mai wird er sein 52. Lebensjahr vollenden. Erklärt er der Arbeitsagentur, dass sein Anspruch erst ab 30. Mai, also seinem Geburtstag, entstehen soll, verlängert sich seine Anspruchdauer auf 26 Monate – ein Plus von vier Monaten.

Beispiel 2:
Karla Knaller (56) hat die vergangenen 5 Jahre gearbeitet, kann also nur 60 Beschäftigungsmonate vorweisen. Sie ist ebenfalls ab 1. April arbeitslos. Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld I: 26 Monate. Das 57. Lebensjahr vollendet sie am 15. Juni – wird das Arbeitslosengeld erst ab dann gezahlt, verlängert sich ihr Anspruch auf 30 Monate. Hätte sie 64 Beschäftigungsmonate, wären es sogar 32 Monate Anspruch. Ftx



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