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VR Flexgeld: Erstmals Negativzinsen für Kleinsparer – aber es gibt Alternativen

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2016

Die Volksbank Niederschlesien (Görlitz) hat Negativzinsen für Kleinsparer eingeführt, und zwar beim sogenannten VR Flexgeld, einem Tagesgeldkonto. Es ist der erste mir bekannte Fall, dass Otto Normalverbraucher belangt wird.

Die Negativzinsen der Volksbank Niederschlesien verstecken sich hinter einer Gebühr. Bis zu einer Tagesgeld-Anlage von 25.000 Euro beträgt die monatliche Kontoführungsgebühr fünf Euro, für einen Betrag von 25.000 bis 50.000 Euro sind es zehn Euro pro Monat. Ab 50.000 Euro werden 25 Euro Kontoführungsgebühr fällig.

Strafzins als Kontoführungsgebühr getarnt

Bild  Negativzinsen als Kontoführungsgebühr VR Flexgeld: Erstmals Negativzinsen für Kleinsparer   aber es gibt Alternativen

Quelle: https://www.vrb-niederschlesien.de/privatkunden/sparen-geldanlage/geldanlage/tagesgeld2.html

 

Ein Rechenbeispiel: Wer 10.000 Euro zum  Zinssatz von 0,01 Prozent anlegt, bekommt dafür einen Euro Guthaben-Zins pro Jahr. Angesichts der Gebühren von monatlich fünf Euro ergibt sich aber nach einem Jahr ein Minus von 59 Euro – ein Negativzins von rund 0,6 Prozent. Das ist sogar mehr als die 0,4 Prozent negativer Einlagezins, welchen die EZB von Banken verlangt, wenn diese Geld dort zwischenparken.

„Wir bieten diesen Kunden zurzeit an, auf andere kostenlose Sparprodukte umzusteigen“, , „zum Beispiel das Sparbuch oder Termingeldkonten“ In dieser Übergangsphase verlange die Bank von ihren Bestandskunden noch keine Gebühren fürs Tagesgeldkonto.

Auch andere Volksbanken bieten VR Flexgeld an, nach Finblog-Recherchen ist die Volksbank Niederschlesien die einzige, die bislang eine Kontoführungsgebühr ausweist.

[highlight]Mein Finanztip: Bislang gibt es noch zahlreiche Alternativen, Strafzinsen auszuweichen und sich sogar noch für einige Zeit in der Zukunft positive Zinsen zu sichern, . [/highlight]

Ältere Nachrichten zu Negativzinsen

16. Oktober 2016:  Volksbank Stendal verlangt seit Oktober von ihren Tagesgeld-Kunden ab einer Anlagesumme von 100.000 Euro einen Negativzins von -0,4 Prozent. „In diesem Zinsumfeld schließen wir nicht aus, dass auch andere Banken nachziehen müssen. Zumindest höhere Guthaben könnten stärker betroffen sein“, heißt es bei Verivox.

Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, ebenfalls eine Volksbank, nimmt bereits seit September für Guthaben von mehr als 100.000 Euro auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto ein „Verwahrentgelt“ von 0,4 Prozent.
Laut FAZ
haben mehrere weitere Banken hätten bei der Raiffeisenbank Gmund angefragt und sich nach den technischen Details und der Kommunikationsstrategie zu den negativen Zinsen erkundigt, weil sie offenkundig gleichfalls darüber nachdenken, eine solche Regelung einzuführen. Als erste Bank in Deutschland hatte die Skatbank Negativzinsen für Privatkunden eingeführt.

27. September 2016: Den deutschen Privatsparern fehlt für Strafzinsen oder Extra-Gebühren jedes Verständnis. Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag des Berliner Online-Finanzmarktplatzes Savedo (1064 Befragte, Studiennummer 2016 082) gaben rund 55 Prozent der Befragten an, das Geld dann lieber wie zu Großmutters Zeiten unter dem Kopfkissen oder in anderen Verstecken zu Hause horten zu wollen. Überdurchschnittlich häufig sahen Bevölkerungsschichten mit geringem Haushaltseinkommen dies als Option.

31. August 2016: Zwei Drittel der deutschen Sparer (63 Prozent) halten es für möglich, dass künftig für private Geldanlagen Negativzinsen („Strafzinsen“) gezahlt werden müssen. Neun Prozent sind sich sogar sicher, dass Negativzinsen für Privatkunden kommen werden. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten. Das Marktforschungsinstitut Forsa befragt dafür quartalsweise 500 Menschen in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen.

25. August 2016: In Ostdeutschland verhandeln die ersten Sparkassen mit Firmenkunden über Negativzinsen. Man spreche mit großen Unternehmen über „Verwahrentgelte“ von 0,4 Prozent, sagte der Geschäftsführer des Ostdeutschen Sparkassenverbands in Berlin, berichtet der Deutschlandfunk.

Wird Sparen künftig überall bestraft? Schreiben Sie es mir in den Kommentaren.



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