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Reiserücktrittsversicherung: Tipps, damit Sie günstig und gut versichert sind

Wer im Reisebüro oder via Internetportal eine Reise bucht, der bekommt fast automatisch die Frage zu gestellt: „Möchten Sie zusätzlich eine Reiserücktrittsversicherung abschließen?“. Mitunter haben Verbraucher in diesem Moment nur ungenaue Vorstellungen vom Versicherungsschutz. Vor allem muss man die Gründe für einen versicherten Reiserücktritt kennen.

Eine Reisestorno ist generell kein Problem: Ein Pauschalurlauber hat jederzeit das Recht, vom Vertrag zurückzutreten (Paragraph 651i BGB). Der Anspruch auf den Reisepreis erlischt damit. Dafür kann der Reiseveranstalter allerdings eine „angemessene Entschädigung“ verlangen, die zumeist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt wird. Je näher der Reisebeginn rückt, desto teurer wird der Rücktritt.
Einen Monat vor Reisebeginn muss der Kunde zum Beispiel mit einer Strafe von 20 Prozent des Reisepreises rechnen.

Die Kosten des Reiserücktritts:

Bild  reisestorno kosten Reiserücktrittsversicherung: Tipps, damit Sie günstig und gut versichert sind

Für solche Forderungen gibt es die Reiserücktrittsversicherung. Sie erstattet bis zu bis zu 100 Prozent der Stornokosten, die an den Veranstalter zu erbringen sind. Der Kunde muss aber in der Regel Selbstbehalte von zum Beispiel 20 Prozent oder mindestens 25 Euro pro Person tragen. Die Prämie hängt vor allem ab vom Reisepreis sowie der Höhe des Selbstbehaltes. Bei einem Reisepreis von 1500 Euro und 20 Prozent Selbstbeteiligung sind etwa 20 bis 40 Euro pro Person zu veranschlagen. Bei teuren Reisen und mehreren Mitreisenden, etwa Familienmitgliedern, kann also ein Preisvergleich das Urlaubsbudget durchaus aufbessern.

Gründe für versicherten Reiserücktritt

Wann die Rücktrittsversicherung greift, ist in den Versicherungsbedingungen geregelt. Keineswegs reicht ein kleines Wehwehchen, um den Urlaub zu stornieren und das Geld von der Versicherung zu kassieren. Schon gar nicht zählt, weil der Urlauber es sich anders überlegt hat und statt Mallorca lieber nach Zypern möchte. Die meisten Gesellschaften erkennen folgende Gründe für Rücktritte an (Beispiel Hanse-Merkur)

  • Schwere Unfallverletzung
  • Unerwartete und schwere Krankheit oder Tod
  • Schwangerschaft
  • Bruch von Prothesen
  • Impfunverträglichkeit
  • Betriebsbedingte Kündigung und Wiedereinstellung nach Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit
  • Arbeitsplatzwechsel, sofern die Probezeit in die versicherte Reisezeit fällt
  • Erheblicher Schaden am Eigentum der versicherten Person infolge von Feuer, Elementarereignissen oder strafbaren Handlungen Dritter
  • Schüler-/Studentenschutz: Wiederholungsprüfung fällt in die versicherte Reisezeit oder Schulwechsel
  • Unerwartete Einberufung zu einer Wehrübung
  • Eintreffen einer gerichtlichen Vorladung
  • Einreichung einer Scheidungsklage
  • Erkrankung eines zur Reise angemeldeten Hundes einer versicherten Person

Ausschlüsse beim Versicherungsschutz

Generell ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind alle Hinderungsgründe, die vorhersehbar waren. Ausdrücklich ausgeschlossen sind außerdem regelmäßig: Gefahren des Krieges, eines Bürgerkrieges oder auch Aufruhr. Allerdings kann der Reisende – unabhängig von der Reiserücktrittsversicherung – ohnehin zur kostenlosen Kündigung des Reisevertrags berechtigt sein, wenn ein Fall von „höherer Gewalt“ vorliegt. Indiz für das Vorliegen „höherer Gewalt“ sind Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Dazu gleich mehr.

Besondere Rücktrittsgründe

Kündigung Arbeitsverhältnis

Der Verlust des Arbeitsplatzes der versicherten Person ist bei den meisten Gesellschaften übrigens als Rücktrittsgrund mitversichert – vorausgesetzt, es handelt sich um einen betriebsbedingten Rauswurf. Wer vom Chef die Rote Karte bekommt, weil er etwa zu faul war (verhaltensbedingt), bekommt von seiner Versicherung eine Abfuhr.

Auch ein Jobangebot kann ein guter – und versicherter – Grund sein, den Urlaub zu stornieren. Die Voraussetzungen: Der Betreffende muss zum Zeitpunkt der Buchung arbeitslos gemeldet gewesen sein und die Arbeitsagentur muss die Reise genehmigt haben. Manche Anbieter versichern sogar das Risiko, dass jemand unvorhergesehen von einem Arbeitgeber zu einem anderen wechselt und der Urlaub ausgerechnet in die Probezeit fallen würde.

Terror-Gefahr – Terror-Angst

Vage Terrorgefahr oder Terrorangst reicht nicht für einen versicherten Reiserücktritt, auch nicht einzelne terroristische Anschläge, entschied das  Amtsgericht Bonn (Az 18 C 47/98). Eine Ausnahme kann indes greifen, wenn jemand infolge der Terroranschläge krankhafte Angstzustände entwickelt. Eine solche schwere Erkrankung muss unvorhersehbar gewesen sein. Wurde ein Urlauber bereits früher psychiatrisch behandelt, war die Krankheit möglicherweise nicht ausgeheilt und ist lediglich in eine neue Phase getreten. Dafür muss die Versicherung nicht zahlen (Amtsgericht München, Az: 163 C 9983/02). Plötzliche Flugangst wiederum kann durchaus ein versicherter Grund für Reiserücktritt sein (Landgericht Koblenz, Az: 14 S 251/03).

Unterschied Rücktritt und Reise-Abbruch

Wer schon in der Wartezone des Flughafens sitzt und per Anruf von dem Tod eines nahen Angehörigen erfährt, der kann von der Reise nicht mehr zurücktreten – er kann sie nur noch abbrechen. Denn die Reiserücktritts-Versicherer sehen eine Flugreise bereits dann als angetreten an, wenn der Passagier eingecheckt hat, also das Gepäck am Counter der Fluggesellschaft abgegeben hat und ein Sitzplatz für ihn reserviert wurde. Auch bei Busreisen ist die Reservierung des Sitzplatzes der entscheidende Moment.

In solchen Fällen ist es mit dem Versicherungsschutz der Reiserücktrittsversicherung vorbei. Dann bedarf es einer zusätzlichen Reise-Abbruchversicherung, um das Geld zurück zu bekommen. Wie bei der Reise-Rückstrittsversicherungs richtet sich die Prämie nach dem Wert der Reise. Ein Beispiel: Bei einer Reise für 500 Euro kostet die reine Rücktritts-Versicherung etwa 15 Euro, kombiniert mit einer Abbruchversicherung sind etwa 30 Euro zu veranschlagen.

Das Reisebüro trifft zwar die Pflicht, auf Rücktrittsversicherung hinzuweisen – nicht auf eine Reise-Abbruchversicherung. So hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az: X ZR 182/05): Die obersten Zivilrichter haben auch eine verhältnismäßig lange Reisedauer und einen hohen Reisepreis nicht für ausreichend gehalten, um weitergehende Aufklärungspflichten des Reisebüros zu begründen. Das Reisebüro ist also nicht haftbar zu machen, wenn die Reise-Abbruchversicherung fehlte.

Vergleiche/ Tests zur Reiserücktrittsversicherung

Die Stiftung Warentest checkt regelmäßig Reiserücktrittsversicherungen. Bewertet wird dabei unter anderem, ob es einen Verzicht auf Selbst­beteiligung gibt, die Fristen für den Vertrags­abschluss, die zulässig Reisedauer, die Geltung für alle Alters­gruppen. Wichtig ist der Stiftung Warentest auch, ob es z.B.  Rege­lungen zu Vorerkrankungen für Kunden trans­parent sind. In die Bewertung  gehen ebenso mögliche die Leistungs­ausschlüsse ein, etwa bei Schwangerschaft, Vorerkrankungen, chro­nischen psychischen Erkrankungen, Pandemien wie der Schweinegrippe. Darüber hinaus wurde gestest, ob in der Reiserücktrittsversicherung der Abbruch der Reise mitversichert ist, und wenn ja unter welchen Voraussetzungen (siehe Unterschied Reiserücktritt – Reiseabbruch). Die besten drei Versicherer im Vergleich 2013 von Reiserücktrittsversicherungen können Sie dieser Tabelle entnehmen:

Weitere Urteile zur Reiserücktrittsversicherung

1. Plötzliche Verschlimmerung ist wie eine Neuerkrankung

Eine seit Jahren an Rheuma leidende Frau zu ihrem Hausarzt, um sich seinen Segen für die angestrebte Urlaubsreise zu holen. Der Mediziner hatte keine Bedenken und bescheinigte ihr eine uneingeschränkte Reisefähigkeit. Als sie vor Urlaubsbeginn ein akuter Rheumaschub ereilte und sie den Pauschaltrip stornierte, stellte sich die (Reiserücktritts-) Versicherung quer. Der Versicherungsschutz bestehe nur bei plötzlich auftretenden Leiden und nicht bei bekannten Vorerkrankungen, erklärte das Unternehmen vor dem Landgericht Dortmund, das hingegen der Argumentation der Frau folgte. So habe nicht etwa eine ausgebliebene Genesung eines bei Reisebuchung vorliegenden Krankheitszustandes zum Urlaubsabbruch geführt, sondern die unerwartete Verschlimmerung einer chronischen Grunderkrankung. Diese komme einer unvermittelt auftretenden Krankheit gleich, so dass der Versicherer die Stornokosten übernehmen musste. (LG Dortmund, 2 S 42/11)

(wird fortgeführt)



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Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Reiserücktrittsversicherung: Tipps, damit Sie günstig und gut versichert sind