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Terror in Tunesien: Kann man kann jetzt den Urlaub stornieren?

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2016

Schon wieder ein Terroranschlag im bei Deutschen beliebten Urlaubsland Tunesien:
Im Badeort Sousse wurden mindestens 27 Menschen wurden getötet. Laut Innenministerium in Tunis sind Deutsche und Briten unter den Toten. Hat ein Pauschal-Urlauber nun einen Anspruch darauf, die gebuchte Reise abzusagen, zu stornieren?

Ob mit oder ohne Reisewarnung: Niemand kann gezwungen werden, eine Reise zu machen. Wer aber ohne guten Grund absagt, muss je nach Zeitpunkt einen Großteil des vereinbarten Reisepreises zahlen.

Reise-Storno: So viel Geld geht verloren

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Durchschnittliche Werte großer Reiseanbieter bei einem Reisepreis von 1.000 Euro, je nach Unternehmen Abweichungen möglich. Quelle: www.fintext.de

Die Ausnahme: Nach Paragraph 651j des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) besteht ein beiderseitiges Kündigungsrecht ohne Entschädigungspflichten, wenn die Reise „infolge bei Vertragsabschluss nicht vorhersehbarer höherer Gewalt erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt“ wird. Als höhere Gewalt gelten z.B. Krieg, innere Unruhen, politisch unruhige Verhältnisse sowie Naturkatastrophen. In solchen Situationen haben Urlauber Anspruch darauf, die Reise abzusagen und ihr Geld zurückzuerhalten. Eine Ersatzreise müssen sie nicht antreten.

Nur mit Reisewarnung „sicheres Storno“

Auf der sicheren Seite ist der Urlauber nur, wenn das Auswärtige Amt (http://www.auswaertiges-amt.de/) vor der Reise in ein Land ausdrücklich warnt. Das gilt in der Rechtsprechung als ein klares Indiz für „höhere Gewalt“. “:

Bei einem Anschlag auf ein Touristenhotel in Sousse / Port Kantaoui am 26.06.2015 gab es mehrere Tote und Verletzte. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Besonders umsichtiges Verhalten wird empfohlen.

Reisewarnung als Beleg für höhere Gewalt

Bei fehlender Reisewarnung kann in Ausnahmefällen höhere Gewalt vorliegen, der zum kostenlosen Storno berechtigt (Amtsgericht Augsburg, Az: 14 C 4608/09, SARS in China). Ein Kündigungsrecht besteht laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes außerdem, wenn mit dem Eintritt eines schädigenden Ereignisses für Leib und Leben mit „erheblicher Wahrscheinlichkeit“ zu rechnen ist (Az: X ZR 147/01). Das dürfte in Tunesien bislang nicht der Fall sein.

Akzeptiert der Reise-Veranstalter die Kündigung wegen höherer Gewalt nicht, so bleibt ohne Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aber ein erhebliches Prozessrisiko. Besser dürfte sein, beim Reise-Veranstalter auf eine kostenlose Umbuchung zu drängen.

Wann die Reise-Rücktrittsversicherung zahlt

Die Reise-Rücktrittsversicherung () nutzt bei Angst vor Terroranschlägen in Tunesien leider nichts. Die meisten Gesellschaften erkennen nur folgende Gründe für versicherte Rücktritte an: Tod, schwerer Unfall oder „unerwartet schwere Erkrankung“ der versicherten Person oder eines nahen Familienangehörigen, Schwangerschaft, Impfunverträglichkeit, Schäden am Eigentum infolge eines Elementarereignisses (z.B. Hochwasser), Feuer oder einer Straftat.



Kommentare

Heinz Opitz 28. September 2014 um 12:39

Eine klare, fundierte Schilderung der Situation, nach der man seine Möglichkeiten erkennt.
Danke

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