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So viel darf ein seriöser Schlüsseldienst kosten

Die Klagen über hohe Kosten bei Schlüsseldiensten häufen sich vor allem nach der Urlaubssaison, teilweise wird mit üblen Tricks gearbeitet. Oftmals wird man von der Verbraucherzentrale vor zu hohen Preisen der Schlüsseldienste gewarnt. Doch wie viel darf ein guter Schlüsseldienst wirklich kosten – und ab wann kann man von einer Abzocke sprechen? 

Was kostet ein Schlüsseldienst normalerweise?

Anders als beim Arzt oder Anwalt gibt es keine Gebührenordnung des Gesetzgebers. Allerdings – es gibt Empfehlungen vom Bundesverband Metall (BVM). Die sind unverbindlich, seriöse Schlüsseldienste bewegen sich in meist diesem Rahmen. Die ganze Liste lässt sich downloaden. Hier ein Auszug:

 

Die Faktoren beim Preis eines Schlüsseldienstes:

  • Arbeitszeit: Zuerst fließt natürlich die reine Arbeitszeit der Monteure in den Preis mit ein. Diese arbeiten nicht für umsonst und fordern ihren Stundenlohn. In der Regel handelt es sich um Handwerksbetriebe. Diese rechnen für gewöhnlich jede angefangene Viertelstunde ab. In der Regel liegt der Stundensatz des Monteurs bei circa 50 Euro. Diese müssen also fest mit eingeplant werden.
  • Anfahrt: Auch die Kosten für die Anfahrt dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Diese werden im Regelfall eins zu eins auf den Kunden übertragen, da es sich im Grunde ebenfalls um die Arbeitszeit des Schlüsseldienstes handelt.
  • Material: Bei der Türnotöffnung kommt hochwertiges Equipment und teures Spezialwerkzeug zum Einsatz. Somit werden auch Material- und Verschleißkosten fällig. Auch dafür wird dem Kunden eine Pauschale berechnet. Bei seriösen Unternehmen sollte diese aber nicht allzu hoch ausfallen.
    Wenn ein neues Schloss verbaut werden muss, so werden die Materialkosten natürlich ebenfalls auf den Kunden übertragen. Dabei kann man je nach Art des Schließsystems zwischen 30 und 200 Euro berappen. Kundenfreundliche Schlüsseldienste bieten allerdings eine gewisse Auswahl an verschiedenen Produkten mit unterschiedlichen Preisen an.
  • Zuschläge: Des Weiteren sind Lohnzuschläge in der Branche weit verbreitet. Oftmals sind diese sogar tariflich vorgeschrieben. Mit einem derartigen Zuschlag rechtfertigt der Schlüsseldienst, dass er auch außerhalb der normalen Geschäftszeiten zur Verfügung steht. Ein Spätdienstzuschlag zwischen 18 bis 22 Uhr kann in Höhe von 50 Prozent zubuche schlagen. Nachtzuschläge werden häufig mit bis zu 100 Prozent berechnet. Gleiches gilt im Übrigen auch für den Wochenendzuschlag.
    Der Spitzenreiter ist der Zuschlag an gesetzlichen Feiertagen. Dieser kann sich auf bis zu 150 Prozent belaufen. Dabei darf dieser Zuschlag sich auf keinen Fall auf die gesamte Rechnung niederschlagen. Dieser Zuschlag darf nur auf die Montageleistung und die Kosten für die Anfahrt erhoben werden. Der Materialverschleiß wäre an jedem anderen Tag der Gleiche.
  • Notruf-Pauschale: Manche Schlüsseldienste haben eine sogenannte 24-Stunden-Notrufpauschale. Diese stehen dem Kunden rund um die Uhr zur Verfügung und können jederzeit telefonisch kontaktiert werden. Dabei darf diese Pauschale allerdings auch nur außerhalb der gewöhnlichen Geschäftszeichen aufgeschlagen werden.

Die Lage hat einen Einfluss auf Kosten beim Schlüsseldienst

Auch die jeweilige Lage des Einsatzortes spielt für den Preis eine Rolle. Meist ist die Inanspruchnahme eines Schlüsseldienstes im ländlichen Raum etwas günstiger, als es in Städten der Fall ist. Dies hat meist mit der höheren Konkurrenz auf dem Markt zutun. Insbesondere Großstädte sind teurer als kleinere Ortschaften. In Städten wie Hamburg, Köln oder Berlin kann man zur üblichen Arbeitszeit schon einmal zwischen um die 130 Euro für die Türnotöffnung berappen. Dies beinhaltet allerdings alle anfallenden Kosten inklusive der Anfahrt. Außerhalb der üblichen Arbeitszeiten können für den Kunden Kosten bis zu 250 Euro entstehen.

Auf dem Land kommt man dahingegen etwas günstiger weg, zeigen Vergleiche immer wieder. Hier hier zahlt man für eine Türnotöffnung zu den üblichen Arbeitszeiten eine Pauschale zwischen 100 und 120 Euro. Aber auch hier wird ein Zuschlag für unübliche Arbeitszeiten erhoben. Wer Hilfe in der Nacht oder am Wochenende benötigt, der muss auch hier mit Kosten in Höhe 200 bis 250 Euro rechnen.

Das Fazit: Berechne man alle Faktoren mit ein, so kann sich der Preis für eine Türnotöffnung im Bereich zwischen 70 und 250 Euro bewegen. Es ist ratsam, bereits beim Anruf einen Festpreis auszuhandeln. Beim Eintreffen des Monteurs sollte man dann noch einmal gezielt auf diesen verweisen. 

Verbraucherzentrale: Umfrage zu Kosten der Schlüsseldienste

In einem bundesweiten Marktcheck haben 2017 die Verbraucherzentralen Preise für seriöse Schlüsseldienste erhoben. Denn unseriöse Dienste werben häufig mit günstigen Preisen ab 9 Euro, verlangen vor Ort dann aber drei- bis vierstellige Beträge. Mit Hilfe des Marktchecks können sich Verbraucher nun ein besseres Bild davon machen, welche Kosten in ihrem Bundesland angemessen sind. Die repräsentative Umfrage startete im Herbst 2017 und erfasste die Preise einer einfachen Türnotöffnung.

„Die Ergebnisse sind ein guter Anhaltspunkt dafür, was eine Türöffnung üblicherweise kostet“, sagt Juliane von Behren, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. „Verbraucher können sich daran bei der Vereinbarung eines Preises orientieren. Zudem hilft der Marktcheck, die Rechnung nach Abschluss der Arbeiten zu bewerten“, so die Verbraucherschützerin weiter. Bundesweit befragten die Verbraucherzentralen rund 600 Schlüsseldienste. Ermittelt wurde, was die Öffnung einer lediglich ins Schloss gefallenen Tür an einem Werktag tagsüber kostet – inklusive der Anfahrt aus der näheren Umgebung.

Des Weiteren erfragten die Verbraucherschützer, was für die gleiche Leistung nachts oder an einem Sonn- oder Feiertag maximal in Rechnung gestellt wird. Im bundesweiten Mittel bewegen sich die Preise für eine einfache Türöffnung um 70 Euro. Besonders günstig können Verbraucher ihre zugefallene Tür in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern wieder öffnen lassen. Hier haben die Verbraucherzentralen Normalpreise von unter 60 Euro erfasst. Kostspieliger ist es in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg. In Bayern bewegen sich die Preise im Mittelfeld. Für eine Türöffnung am Tage werden durchschnittlich 71 Euro verlangt. Der ermittelte Maximalpreis liegt bei circa 119 Euro.

Wie tricksen Schlüsseldienste, um noch mehr abzukassieren?

Eine beliebte Masche besteht darin, in Branchenbüchern den Geschäftssitz zu verschweigen. Wird ein Auftrag erteilt, kommt der Handwerker von einem weit entfernten Ort und berechnet erhebliche Anfahrtskosten. Eine andere Masche: Unseriöse Handwerker wollen das Schloss ausbauen oder aufbrechen – um dann ein teures Ersatzschloss in Rechnung zu stellen. Bei lediglich zugefallener Tür sollte der Kunde deshalb arauf beharren, dass ein Schlossaustausch nicht notwendig ist – wird dennoch ausgebaut, sollte er das alte Schloss zu Beweiszwecken aufheben.

Wie vermeide ich einen unseriösen Schlüsseldienst zu geraten?

Das einfachste ist natürlich: Sie brauchen gar keinen Schlüsseldienst. Wer gute Nachbarschaft pflegt, der kann dort Schlüssel hinterlegen. Ein wirklich guter Nachbar wird auch nicht böse sein, wenn Sie mal nachts um 3 klingeln. Wenn es nicht zu oft vorkommt. Ist der Schlüsseldienst wirklich unvermeidlich, würde ich erst mal bei der örtlichen Polizei anrufen und nach einer Adresse fragen: die Polizei arbeitet auch mit Schlüsseldiensten zusammen und kann möglicherweise einen guten Tipp geben.

Wenn ich aber schon reingefallen bin: Lässt sich dann noch was machen?

Unter Umständen: Ja. Eventuell liegt z.B. Wucher vor, weil eine Notlage ausgenutzt wurde. Dann kann Ihnen aber nur ein Anwalt oder vielleicht eine Verbraucherzentrale weiterhelfen. Die geforderte Bar-Zahlung würde ich bei einer offenkundig im Zweifel jedenfalls nicht machen, sondern die Rechnung prüfen und dann überweisen.

Urteile zu Schlüsseldiensten:

  • Ohne Angabe einer bestehenden Rufwahlumleitung in ein anderes Ortsnetz ist das wettbewerbswidriges Verhalten, entschied das Landgericht Kleve (Az.: 8 O 166/01).
  • Ein telefonischer Kostenvoranschlag ist generell gültig (Amtsgericht Leverkusen, Az: C 366/96).

Mein Finanztip: Da es sich auch beim Schlüsseldienst um einen Vertrag wie alle andere handelt, ist ein Rechtsstreit auch von einer Rechtsschutzversicherung gedeckt, falls man klagen will. .


Kommentare

Manuela Straus 23. Juli 2019 um 10:03

Hallo und Danke für die sehr hilfreichen Informationen zum Thema Faktoren beim Preis eines Schlüsseldienstes.
Ich habe mich einmal ausgesperrt, bzw. hat der Wind dies getan. Natürlich, wie kann es auch anders sein am Wochenende.
Nach einigen Versuchen das Schloss selber aufzubekommen habe ich einen Schlüsseldienst gerufen. Der hat dann kurzerhand den Bohrer angesetzt.. . Natürlich hatte der Meister nur richtig wertige Schlösser zum Austausch bei sich.
Am Ende dieser traurigen Geschichte war ich unglaubliche 220,-€ los. Nun wo ich über die Preise besser informiert bin, werde ich mich nicht mehr so rippen lassen.
LG
Manu

Antworten

Kotschenreuther 27. März 2019 um 20:24

Zum Thema Arbeitskosten und Stundenlohn: Für 6 Minuten Arbeitszeit berechnete ein Schlüsseldienst-Monteur 48€ (netto). Dies entspricht einem m.E. völlig überwucherten Netto-Stundenlohn von 480€/h. In diesen 6 Minuten tauschte der Monteur einen nicht mehr aufschließbaren Fenstergriff gegen einen neuen aus. Der Monteur ist ortsansässig und wohnt ca. 200 m entfernt. Es handelte sich um keinen Notfall. Die Rechnung enthält weder Zeitangaben noch Stundensatz. Ist eine solche Rechnung rechtlich überhaupt zulässig? Wer kann Rat geben?

Antworten

Hanna Adams 17. Dezember 2018 um 12:04

Danke für den Beitrag zum Schlüsseldienst. Mein Bekannter arbeitet für einen Aufsperrdienst. Er sagt auch, dass Schlüsseldienste oft viel zu teuer sind.

Antworten

Thomas Mendel 4. September 2018 um 11:44

Vielen Dank für die nützlichen Informationen zum Thema Schlüsseldienst. Wie wird bei einer Notöffnung mit der Tatsache umgegangen, dass die betreffende Tür vermutlich nicht ohne Schäden bleibt? Im Artikel sind die Material- und Verschleißkosten für das Werkzeug genannt, nicht aber für die zu öffnende Tür selbst.

Antworten

Jo 27. Juli 2018 um 08:25

Mein Bruder musste neulich tatsächlich einen Aufsperrdienst nutzen. Er hat aber lieber eine Nacht beim Freund übernachtet, um am nächsten Tag dann deutlich weniger zu zahlen. Sind die Schlüsseldienste eigentlich dazu verpflichtet, auf den Preisunterschied zwischen Tages- und Nachtzeit hinzuweisen?

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