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Steuerhinterziehung: Schwarzgeld geerbt – was tun?

Immer mehr Steuersünder fliegen derzeit auf. Das bringt möglicherweise auch einige Erben in Bedrängnis, obwohl sie selber gar keine Steuern hinterzogen haben. Was blüht ihnen, wenn die dunkle Vergangenheit des geerbten Vermögens ans Licht kommt? Kann der Erbe wegen Steuerhinterziehung belangt werden?

Das Risiko, dass nicht versteuertes Geld etwa in der Schweiz nach einem Todesfall von den Behörden entdeckt wird, ist mittlerweile hoch – und das nicht nur, wenn der Name des Erblassers auf einer dem Fiskus zugespielten Kunden-CD steht. Inländische Banken und Sparkassen müssen generell Konten und Schließfächer melden. Besteht ein Testament, schickt das Amtsgericht zudem ein Nachlassverzeichnis ans Finanzamt. Ausländische Konten in der EU wiederum sind durch den Informationsaustausch weitgehend gläsern geworden.

Da kann die Freude über ein  Erbe nach ein paar Monaten in  Entsetzen umschlagen, wenn plötzlich das Finanzamt bohrende Fragen nach der Herkunft des Geldes stellt. Es sind dann zwei Situationen denkbar:

  1. Der Erbe wusste nichts von der dunklen Vergangenheit des Vermögens: In diesem Fall hat der Erbe zumindest strafrechtlich nichts zu befürchten, er muss also nicht für die Sünden des Verstorbenen büßen. Allerdings kann es teuer werden. Der Erbe muss nicht nur Steuern etwa für Zinsen oder Dividenden nachzahlen, obendrauf kommen noch Hinterziehungszinsen – immerhin sechs Prozent pro Jahr.Eine solche nachträgliche Veranlagung ist bis zu zehn Jahre rückwirkend möglich (Paragraf 169 Abgabenordnung). Unterm Strich kann somit eine Summe stehen, die möglicherweise sogar das Erbe übersteigt. In Härtefällen kann dann der Antrag auf (Teil-)Erlass der Schulden helfen, der aber von der Finanzverwaltung sehr restriktiv gehandhabt wird.
  2. Der Erbe weiß, dass er (teilweise) Schwarzgeld geerbt hat und führt das Versteckspiel fort, indem er z.B. das Auslandskonto und dessen Erträge ebenfalls verschweigt. Dann macht er sich strafbar wie jeder andere Steuerhinterzieher. Abhängig von der Schwere der Hinterziehung blühen eine Geldstrafe oder Haft.

Solange das Finanzamt die Tat noch nicht entdeckt hat, ist die strafbefreiende Selbstanzeige möglich (Paragraf 371 Abgabenordnung). Nachzahlen muss der Erbe dann ebenfalls rückwirkend für 10 Jahre zuzüglich Hinterziehungszinsen. Die Straffreiheit greift dann nicht, wenn die Tat „bereits entdeckt war und der Täter dies wusste oder bei verständiger Würdigung der Sachlage damit rechnen musste“. Wenn das Finanzamt also schon alles über das geerbte Schwarzgeld weiß, ist es zu spät.

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