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Überbrückungsgeld oder Ich-AG – was besser?

Zuletzt aktualisiert: 4. November 2013

Bei den Eckdaten für die staatlich geförderte Ich-AG hat sich mittlerweile einiges verändert. Das alternative Überbrückungsgeld kann aber viel sinnvoller sein.

Über 250.000 Arbeitslose haben sich in den vergangenen zwei Jahren dazu entschieden, den Existenzgründerzuschuss für eine Ich-AG in Anspruch zu nehmen. Besonderes Merkmal dieser Unterstützung war, dass sie so einfach zu bekommen war. Eine pure Geschäftsidee reichte aus, die Erfolgsaussichten wurden nicht geprüft. Damit ist es vorbei. Seit Jahresbeginn muss eine Tragfähigkeitsbescheinigung vorlegt werden können, mit der eine „fachkundige Stelle“ (z.B. eine Bank oder ein Steuerberater) die Chancen des Geschäfts bestätigt. Das entspricht dem Verfahren beim Überbrückungsgeld, der anderen, oftmals vergessenen Existenzgründer-Förderung.

Das „Ü-Geld“ gibt es schon seit 1986. Gezahlt wird es sechs Monate lang, wobei sich die monatliche Leistung aus dem Anspruch auf Arbeitslosengeld einem Zuschlag von 70,8 Prozent für Sozialversicherungsbeiträge errechnet. Ein Beispiel: Bei einem Arbeitslosengeld-Anspruch von 1200 Euro monatlich beträgt das Überbrückungsgeld rund 2000 Euro. Insgesamt beläuft sich die staatliche, steuerfreie Förderung auf rund 12.000 Euro.

Der Gründerzuschuss für Ich-AGs bietet rein nach Zahlen für die meisten Existenzgründer mehr. Geleistet wird über drei Jahre: Im ersten Jahr sind es pro Monat 600, dann 360, schließlich 240 Euro. Insgesamt ergibt sich daraus eine Gesamtförderung von 14.400 Euro, ebenfalls steuerfrei. Das bisherige Einkommen oder Arbeitslosengeld spielt keine Rolle. Aber es sind zwei wichtige Einschränkungen zu beachten:

  • Der Gewinn darf jährlich 25.000 Euro nicht übersteigen. Das Arbeitsamt prüft von Jahr zu Jahr neu. Wer unternehmerisch erfolgreich ist, steht ab dem zweiten oder dritten Jahr möglicherweise schon ohne Förderung da.
  • Beim Zuschuss zur Ich-AG sind Beiträge zur Sozialversicherung (Rente, Krankenkasse) immer Pflicht: Rund 400 Euro sollte der Gründer in Gedanken von der staatlichen Förderung abziehen. Schon ab dem zweiten Jahr sind diese Pflichtabgaben höher als der Zuschuss.

Die Sozialversicherungspflicht trifft zwar grundsätzlich auch Selbständige mit Überbrückungsgeld. „Wer jedoch zum Beispiel eine GmbH gründet, ist als Gesellschafter und Geschäftsführer davon befreit. Mit Gründerzuschuss müsste er indes immer zahlen“, so ein Experte.

Auf beide Förderarten besteht mittlerweile ein Rechtsanspruch, der Arbeitslose kann sich also frei entscheiden. Der Experte: „Eine weiterer Pluspunkt für das Überbrückungsgeld besteht darin, dass gleich zu Beginn mehr Geld reinkommt – dann, wenn meist Anfangsinvestitionen notwendig sind.“ Das Nebeneinander der beiden Förderungen wird aber nicht ewig andauern. Ab Jahresbeginn 2006 läuft die geförderte Ich-AG aus – Fördergeld dafür gibt es dann laut Sozialgesetzbuch nur noch, „wenn der Anspruch auf Förderung vor diesem Tag bestanden hat“. Empfänger von Arbeitslosengeld II können schon jetzt nur noch das so genannte „Einstiegsgeld“ als Starthilfe für die Selbstständigkeit erhalten. Es gilt von der Höhe als auch von den Vergabebedingungen als eher unattraktiv.



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