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Kredite: Warum eine Umschuldung jetzt besonders sinnvoll ist

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019

Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen sind Ratenkredite jetzt besonders günstig. Wer vor einigen Jahren einen Kredit zu einem höheren Zinssatz aufgenommen hat, bezahlt jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu viel. Hier Tipps, wie man aus meiner Sicht mit einer Umschuldung als Kreditnehmer Geld sparen kann:

Seit der (Link Wikipedia) kann quasi jeder Kreditnehmer von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren. Denn darin sind einige gesetzliche Änderungen zugunsten der Kreditnehmer geregelt worden: Kredite können jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist abgelöst werden. Für die vorzeitige Tilgung dürfen Banken laut der Verbraucherkreditrichtlinie eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von maximal 1% der Restschuld berechnen, sofern der Kredit noch mindestens 12 Monate läuft. Bei kürzerer Restlaufzeit darf die maximale Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung nur noch 0,5% der Restschuld betragen.

Darüber hinaus sind seit dem 11. Juni 2010 so genannte Lockvogelangebote nicht mehr möglich: die in der Werbung genannten Kreditzinsen müssen einer 2/3-Regel entsprechen, d.h. die kommunizierten Konditionen müssen für mindestens zwei Drittel der Kunden auch tatsächlich anwendbar sein. Zudem muss neben dem effektiven Jahreszins im Disclaimer auch ein repräsentatives Beispiel aufgeführt sein und alle Bedingungen genannt werden, unter denen das Angebot gültig ist. Dies soll die Transparenz und Vergleichbarkeit von Kreditangeboten erhöhen.

Was die eine Umschuldung des Kredites bringt

Die Rahmenbedingungen für eine Kreditumschuldung sind optimal. Mit einer Ablösung des bestehenden Kredites in einen günstigeren Umschuldungskredit können aber nicht nur Kosten gesenkt werden. Wer seinen Kredit umschulden lässt, profitiert gleich mehrfach:

  • Durch die niedrigere Zinsbelastung lässt sich viel Geld sparen. Die Bonität wird dadurch verbessert.
    Wer seine Monatsrate unverändert lässt, jedoch weniger Zinsen zahlt, erhöht automatisch seinen Tilgungsanteil und der Kredit ist schneller abbezahlt.
  • Wird nicht nur ein, sondern werden gleich mehrere Kredite zu einem Umschuldungskredit zusammengefasst, hat man nur noch eine Monatsrate zu zahlen und damit einen besseren Überblick über seine Verbindlichkeiten.

Auch wer seinen Dispo für längere Zeit in höherem Umfang in Anspruch nimmt, sollte dringend über eine Umschuldung nachdenken. Die Bafin und das Bundesverbraucherschutzministerium empfehlen, sein Konto aufgrund der hohen Dispo-Zinsen nur zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe zu überziehen. Zwar sind die Dispozinsen im Vergleich zu Vorjahr gesunken, allerdings bewegen sich diese immer noch auf einem sehr hohen Niveau von knapp 10 Prozent (Quelle: Stiftung Warentest, Stand: 16.08.2016). Ratenkredite werden dagegen bereits ab rund 2 Prozent – bei entsprechender Bonität – angeboten.

Je größer die Differenz zwischen dem alten und neuen Kreditzins ist, je größer die offene Restschuld ist und je länger der Kredit noch läuft, desto mehr Geld lässt sich durch eine Umschuldung sparen. Wer also beispielsweise vor fünf Jahren eine größere Summe bei seiner Hausbank zu einem recht hohen Zinssatz aufgenommen hat, profitiert jetzt besonders von einer Umschuldung. Siehe dieses Finblog-Rechenbeispiel:

Bild  Kreditumschuldung 1 Kredite: Warum eine Umschuldung jetzt besonders sinnvoll ist

Ein Fallbeispiel: Marianne Stietz, Fachberaterin für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Thüringen, hat schon viele Verbraucher beraten: „Oftmals waren es ältere Verträge, die noch sehr hohe Zinsen hatten“. Regelmäßig würden Verbraucher für bestehende Ratenkredite noch bis zu 9 oder 10 Prozent Zinsen zahlen. „Die Umschuldung eines alten Kredits in einen neuen kann sich somit durchaus lohnen“, sagt Marianne Stietz. Ein Fall, bei dem sich der Erfolg besonders zeigte, war der von Herrn R. aus dem Eichsfeld. Durch den Einsatz der Verbraucherberaterin und die Umschuldung seines alten Ratenkredites, spart er am Ende rund 1700 Euro. Das sind 29 Euro weniger im Monat, bei fünf Jahren verbliebener Laufzeit.

Ob ein Wechsel bzw. eine Umschuldung sinnvoll ist, hängt von der Höhe der Restschuld und dem Kreditzinssatz ab. „Die Ersparnis kann schnell ein paar Hundert Euro oder wie im Fall des Herrn R. im vierstelligen Bereich liegen“, so Stietz. Eine Umschuldung sollte jedoch keinesfalls überstürzt erfolgen, sondern gut vorbereitet und informiert.

Doch worauf ist bei einer Umschuldung zu achten und wie sollte man vorgehen? Wer seinen Dispo oder laufende Kredite ablösen möchte, sollte sich zunächst nach einem günstigen Umschuldungskredit umschauen und ggf. mehrere Angebote einholen. Kredit-Vergleichsportale und seriöse Kreditvermittlungen sind eine gute Anlaufstelle. Bei der Auswahl der Anbieter sollte daraufgeachtet werden, dass keinerlei Vorkosten oder Bearbeitungsgebühren anfallen. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch Anbieter, die sich diesem Urteil widersetzen und teilweise mit neuen Namen die Bearbeitungsgebühren erheben wollen.

Umschuldung möglich ohne Restschuldversicherung

Auch Zusatzleistungen wie Sondertilgungen oder das Aussetzen einzelner Raten sollten idealerweise kostenfrei sein. Beim Vergleich verschiedener Anbieter sollte also nicht nur auf den effektiven Jahreszins geachtet werden, sondern auch auf alle weiteren Angebotskonditionen. Oft möchten Banken zum Kredit eine teure Restschuldversicherung verkaufen, obwohl diese in vielen Fällen nicht notwendig ist. Auch hier greift die Verbraucherkreditrichtlinie zugunsten der Verbraucher ein und kehrt die Beweislast um, so dass die Bank im Zweifel beweisen muss, dass der Kredit zu den jeweiligen Konditionen auch ohne Restschuldversicherung möglich gewesen wäre. Dennoch sollte man skeptisch bleiben, wenn die Bank auf den Abschluss einer Restschuldversicherung drängt.

Schufa-Selbstauskunft vor Kreditantrag einholen

Das Einholen mehrerer Kreditangebote bei verschiedenen Anbietern hat in der Regel keinen Einfluss auf den SCHUFA-Score. Kreditinstitute melden die Anfrage zwar an die SCHUFA, jedoch mit dem Merkmal „Anfrage Kreditkonditionen“, welches sich SCHUFA-neutral verhält. Wird demgegenüber eine „Anfrage Kredit“ an die SCHUFA gemeldet, hat dies verbindlichen Charakter und kann Ihren SCHUFA-Score verschlechtern.

Oft lohnt es sich, vor der Beantragung eines Umschuldungskredites zunächst eine Selbstauskunft von der SCHUFA einzuholen. Einmal pro Jahr kann man seine Daten kostenlos bei der SCHUFA anfordern. Nicht selten sind gespeicherte Daten bei der SCHUFA veraltet oder gar falsch. Damit ein Kreditnehmer nicht aufgrund von falschen Informationen schlechtere Kreditkonditionen von seiner Bank angeboten bekommt, sollte man seinen SCHUFA-Datensatz regelmäßig prüfen und ggf. falsche Daten von der SCHUFA korrigieren bzw. löschen lassen.

Das Fazit: Durch eine Umschuldung können die Gesamtkosten oft im drei- oder sogar vierstelligen Bereich gesenkt werden. Es empfiehlt sich, die tatsächliche Ersparnis, die durch die Umschuldung erzielt wird, anhand konkreter Zahlen durchzurechnen. Online-Kreditrechner können hier eine praktische Hilfe sein. Ggf. anfallende Zusatzkosten wie die Vorfälligkeitsentschädigung schmälern das Sparpotential und müssen natürlich berücksichtigt werden.
Wenn die SCHUFA-Daten alle richtig sind und ein zinsgünstiges Angebot gefunden ist, empfiehlt es sich, mit dem neuen Kreditangebot auf seine bisherige Bank zuzugehen und diese um ein vergleichbares Angebot zu bitten. Nicht selten kommen Banken ihren Kunden entgegen, wenn diese ein deutlich günstigeres verbindliches Angebot von der Konkurrenz vorlegen können. Gibt die Bank nicht nach, steht einer Umschuldung durch eine andere Bank nichts im Wege.



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