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Die 65 wichtigsten Finanzfragen, die sich die DVAG ausgedacht hat

Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2018

Welche Finanzfragen suchen die Deutschen im Internet am häufigsten? Das hat das ibi research der Universität Regensburg im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) in einer Studie ermittelt. Herausgekommen sind die, so heißt es, „65 meistgesuchten Finanzfragen Deutschlands“ (siehe Tabelle), die angeblich ein monatliches Suchvolumen von je 10.000 bis fast 700.000 bei Google.de erreichen. Nummer eins der Finanzfragen ist demnach: „Lohnt sich die Investition in Gold/Silber?“ Allerdings hat diese Studie m.E. einen Schönheitsfehler: die Zahlen stimmen so nicht.

180 Millionen Google-Suchen für „Webcheck Finanzfragen“ ausgewertet

Für den „Webcheck Finanzfragen“ wertete die DVAG nach eigenen Angaben deutschlandweit 180 Millionen Google-Suchen und 2,4 Millionen Erwähnungen in den sozialen Medien des Zeitraums März 2015 bis Februar 2016 aus. Das Ergebnis: „Die Frage „Lohnt sich die Investition in Gold/Silber?“ wird im Schnitt 685.338 Mal pro Monat gesucht und belegt damit Platz eins im Ranking der meistgesuchten Finanzfragen Deutschlands. Auch der Traum vom eigenen Haus bewegt die deutschen Finanzsurfer stark. Mit durchschnittlich 652.811 Suchanfragen im Monat landet die Frage nach der richtigen Immobilienfinanzierung auf Platz zwei. Die Frage „Bekomme ich einen Kredit und kann ich ihn mir leisten?“ erobert mit 629.443 Suchanfragen im Monat den Bronze-Rang“, heißt es in einer Pressemitteilung. Hier das vollständige DVAG-Ranking, die Kategorisierung habe ich vorgenommen:

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Quelle: ibi research/ DVAG

Ein prächtiges Keyword wäre demnach z.B. die Finanzfrage „Was kostet mich mein Auto?“, laut DVAG mit einem Suchvolumen von rund 500.000. Man könnte in Versuchung geraten, für die Suchmaschine schnell die Seite www.kosten-meines-autos.de aufzusetzen, ein paar Artikel zu schreiben und dann auf den Ansturm der Leser zu warten. Er wird nur leider nicht kommen. Denn weder diese Finanzfrage noch die anderen Finanzfragen haben auch nur annähernd das Suchvolumen, das die DVAG veröffentlicht hat. Laut Google-Keyword-Planner (wird für Werbeschaltungen und Suchmaschinen-Optimierung eingesetzt) sieht die Suchwirklichkeit in etwa so aus:

Bild  dvag google Die 65 wichtigsten Finanzfragen, die sich die DVAG ausgedacht hat

Nun lassen sich tatsächlich die wörtlichen Fragen ermitteln, die Nutzer bei Google stellen oder auch bei Youtube. Zur DVAG etwa wollten Nutzer laut meinen Tools unter anderem bereits Folgendes wissen:

  • wer hat erfahrung mit der dvag
  • wer ist die dvag
  • was ist dvag
  • was ist bei der dvag los
  • dvag was machen die
  • dvag was ist das
  • dvag was sagt die presse
  • was bedeutet dvag
  • was kostet dvag
  • was verdient ein dvag berater
  • was bietet die dvag
  • was verkauft die dvag
  • direktionsleiter dvag verdienst
  • was verdient ein vermögensberater dvag

Im nächsten Schritt kann man dann das Suchvolumen dazu abfragen. Allerdings ist das Suchvolumen bei solchen Suchen mit Fragen nie wirklich hoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Jedoch lassen sich die Daten wunderbar nutzen, um die tatsächlichen Interessen der Suchmaschinen-Nutzer herauszufinden. Mit diesem „digitalen Blick in die Volksseele“ kann man als Journalist bessere Artikel schreiben, als Unternehmen bessere Produktbeschreibungen machen, vielleicht sogar bessere Produkte kreieren. Diesen Weg aber ist die DVAG nicht gegangen.

Die DVAG hat die Finanzfragen des Internets sich selber ganz offline ausgedacht, wie eine Sprecherin mir auf Anfrage schrieb:

Die untersuchten Finanzfragen sind in enger Zusammenarbeit mit einem Team von Versicherungs- und Finanzspezialisten ausgewählt worden. Dabei wurden die Lebensbereiche und Fragestellungen identifiziert, die am häufigsten von den Kunden angefragt bzw. thematisiert wurden. Auf diese Weise ist ein Katalog mit 65  Fragestellungen und insgesamt 3.900 Suchbegriffen aus den Bereichen Altersvorsorge, Kfz, Beruf, Familie, Gesundheit, Immobilien und Geldanlage/Finanzierung definiert worden, für den ein hohes Informationsbedürfnis angenommen werden kann.

Webcheck? Finanzfragen wurden vorformuliert

Es wurde also nicht geschaut, welche Finanzfragen im Internet tatsächlich gestellt werden, vielmehr haben die „Spezialisten“ mit der gesamten Wucht ihrer Erfahrung gemutmaßt, welche Fragen sich die Internutzer wohl stellen könnten. Im nächsten Schritt ist die DVAG dann hingegangen (bzw. das ibi research) und hat zu den vorformulierten Finanzfragen geschaut, welche passenden Keywords es dazu gibt mit welchem Suchvolumen. Oder wie es die DAVG-Sprecherin formuliert:

Für jede der 65 Fragestellungen wurde unter Verwendung des offiziellen Google Keyword-Planners ein Keyword-Set definiert, welches die jeweils 10 relevantesten und gemäß Google am häufigsten gesuchten Keywords sowie ihre jeweils 5 dem Suchvolumen nach stärksten Synonyme oder als Synonym zu betrachtende Wortkombinationen enthält. Damit ergab sich pro Fragestellung ein Set von 60 Keywords (insgesamt ein Keyword-Katalog von 3.900 Suchbegriffen). Für diese wurden anschließend mit Hilfe des Keyword-Planners sowohl auf Bundesebene als auch für jedes Bundesland das monatlich aggregierte Suchvolumen der Monate März 2015 bis Februar 2016 erfasst. Das Suchvolumen der 60 Keywords pro Fragestellung definierte aggregiert das Suchvolumen für eben diese Finanzfrage.

Für jede vorformulierte Finanzfrage wurde also das Suchvolumen von 60 dazu passenden Keywords addiert. Das kann machen, wie ich finde, um grobe Interessentrends zu identifizieren. Mit konkreten Finanzfragen hat das jedoch nichts zu tun. Außerdem hängt alles davon ab, welche Finanzfragen ich vorformuliere. Angenommen, die DVAG hätte als Finanzfrage mit aufgenommen „Wie geil sind binäre Optionen?“ hätte diese Finanzfrage es dann locker in das DVAG-Ranking der häufigsten Finanzfragen geschafft, auch wenn vermutlich 98 Prozent der Deutschen bei „“ (Wikipedia-Link) eher an eine Stoffwechselstörung als an ein Finanzinstrument denken werden.

Wer wissen will, welche Finanzthemen aktuell oder in den vergangenen Monaten tatsächlich gesucht wurden, der sollte eher mal einen Blick auf Google Trends werfen. .

Die DVAG-Links zur Webcheck-Studie:

Website:
Studienbericht: 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, welche Finanzfragen haben Sie?
Schreiben Sie es mir in den Kommentaren.



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