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Wein als Geldanlage?

Zuletzt aktualisiert: 5. Mai 2013

Günstig Wein einkaufen, einlagern und später mit viel Gewinn verkaufen: Angesichts der mickrigen Zinsen könnte mancher auf den Gedanken kommen, sein Anlageglück im Wein zu suchen. Es sind tatsächlich hohe Renditen mit Wein als Geldanlage möglich.

Im Bordeauxgebiet beispielsweise gibt es fünf „premiers crus“: Die Chateaux Lafite Rothschild, Mouton Rothschild, Latour, Margot und Haut Brion. Die 90er Jahrgänge dieser Spitzenweine steigerten ihren Wert in den vergangenen Jahren um bis zu 500 Prozent. So wurde beispielsweise ein Dutzend Flaschen Château Pétrus 1989 im Dezember 2003 bei Sotheby’s für 9 200 Pfund verkauft.

Aber wie lässt sich ein Spitzenwein mit Potenzial entdecken? Der 2000er St. Emilion ist zum Beispiel etwas ganz Feines: 98 von 100 Punkten hat er von Weinpapst Robert Parker bekommen. Nachzulesen sind die Beurteilungen im „vintage chart“ unter http://www.erobertparker.com. Der Amerikaner Parker lebt im US-Bundesstaat Maryland und beeinflusst mit seinen Noten weltweit den Wert von Weinen. An Parker seiner Zeitschrift „Wine Advocate“ führt kein Weg vorbei, denn Weine, die er mit mehr als 90 Punkten beurteilt hat, sind typische Hoffnungsträger.

Wein-Kisten müssen für Anlage geschlossen sein

Damit ein Wein zum Spitzenwein reift, muss er gute Ergebnisse bei den Rankings der Weinautoren und auf Weinauktionen vorweisen können. Auch das Image des Weingutes und die verkaufte Flaschen-Menge sind wichtig. Die zahlreichen Weinmessen in Deutschland und Frankreich sowie Weinzeitschriften sind ein guter Einstieg, um den Markt kennen zu lernen.

Der zweite Schritt nach dem Einkauf ist die fachgerechte Lagerung. Auch eine Wissenschaft für sich: Der Keller sollte gleichmäßig kühl, feucht und vibrationsfrei sein. Die Flaschen müssen in noch nicht geöffneten Holzkisten mit 12 Flaschen lagern, denn nur so können sie wieder verkauft werden. Einzelne Flaschen erzielen meist nur geringe Preise.

Soll der Kellerschatz verkauft werden, gilt es, wie beim Einkauf, die Auktionen und vintage charts genau zu beobachten, um den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Nachdem ein Wein seinen Spitzenwert erreicht hat, beginnt oft eine lange Zeit des Niedergangs.

Wem das alles zu aufwändig ist, der kann in Weinfonds investieren. So offeriert eine Tochter der Hypo-Vereinsbank etwa den „Blue Capital Vinum 2002, bei dem rote Bordeaux-Weine im Mittelpunkt stehen. Die Enoteca Fonds der Valveri Invest wiederum investieren ausschließlich in italienische Weine. Auch wenn sich die Anleger ihre Anteile bar auszahlen lassen können, funktionieren solche Fonds als Einkaufsgemeinschaften. So bleibt denn auch stets der Trost: Für sein Geld erhält der Anleger später mindestens ein paar Gläser Genuss.

Links zum Thema Wein als Anlage:

http://www.weinauktion.de/
http://www.bluecapital.de/ (Vinum Fonds)
http://www.valveri.com/ (Enoceta)
http://www.ascotwine.com/(AWM)
http://www.winebond.com/ (CMG)



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