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WGF AG: Anleihen-Anleger in Sorge

Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2013

Viele Anleger, die in Anleihen des Düsseldorfer Immobilien-Unternehmens WGF AG, kurz WGF  investiert haben, sind in Sorge: Der Handel an der Düsseldorfer Börse wurde ausgesetzt, wie die WGF auf ihrer Internetseite bestätigte. An anderen Börsenplätzen sei der Handel mit Anleihen von WGF AG aber noch möglich. Die Anleger wurden gebeten, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses am 10.12.2012 abzuwarten. Das „Handelsblatt“ meint jedoch bereits: „Anlegern droht Millionenschaden“. Das klingt fast so, als ob man als Anleger schon einen Anwalt braucht.

Dass der Handel mit WGF-Anleihen ausgesetzt wurde, bedeutet nach meiner Meinung zunächst mal keinen Verlust oder Schaden. Einen Verlust machen Anleihen-Anleger, wenn Zinsen nicht gezahlt oder eine Anleihe nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt wird. Die WGF AG hat in den vergangenen Jahren mehrere Immobilien-Anleihen mit einem Emissionsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro herausgegeben. Zwei Anleihen wurden bereits zurückgezahlt. Warum also nun die Sorge, warum die Aufregung? Was passiert, beschrieb die WGF AG Ende November wie folgt:

Die WGF AG ist gesetzlich verpflichtet, bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres einen Jahresabschluss zu veröffentlichen. (…) Mit Aufnahme unserer Unternehmensanleihen und Genussscheine in den Freiverkehr der Börse Düsseldorf hatten wir uns gegenüber der Börse Düsseldorf freiwillig verpflichtet, spätestens sechs Monate nach Ende eines jeden Geschäftsjahres einen testierten Jahresabschluss zu veröffentlichen. Hiernach hätte der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2011 bis zum 1.7.2012 veröffentlicht werden müssen. Die Börse Düsseldorf hat uns eine Frist bis zum 30.11. 2012 jedoch spätestens bis zum 29.12.2012 gesetzt. Wir können deshalb nicht ausschließen, dass eine befristete Aussetzung des Handels vorgenommen wird.

WGF bat Börse um Aufschub

Die Aussetzung des Handels mit WGF-Anleihen wäre demnach eine börseninterne Formalie, die nicht auf Probleme mit dem Jahresabschluss hindeuten muss. „Allerdings wusste die WGF AG, welche Verpflichtung sie gegenüber der Börse Düsseldorf eingegangen ist und konnte sie offensichtlich nicht erfüllen“, meint ein auf Kapitalanlagerecht spezialisierter Anwalt. Die WGF erklärte dazu auf ihrer Internetseite:

Wegen notwendiger Abschlussarbeiten der beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und einer dazu erforderlichen Aufsichtsratssitzung wird die WGF AG ihren Jahresabschluss 2011 erst am 10. Dezember 2012 veröffentlichen. Dies haben wir heute der Börse Düsseldorf mitgeteilt und um Aufschub der von der Börse gesetzten Frist um diese Tage gebeten.

Diese Frist wurde nicht gewährt und der Handel schließlich ausgesetzt, weil der Jahresabschluss nicht rechtzeitig vorlag. Das „Handelsblatt“ erwartet beim Jahresabschluss 2011 wohl nichts Gutes, denn es schreibt, WGF AG hätte in seinem Kerngeschäft, dem Immobilienhandel, im Vorjahr Verlust gemacht. „Die ausgewiesenen Kennzahlen mit einem Umsatz von 123,4 Millionen Euro und einem Gewinn von 12,5 Mio. Euro wurden durch konzerninterne Geschäfte aufgebläht, die sich nicht einfach wiederholen lassen.“ Dies habe WGF AG gegenüber dem Anlegermagazin „Börse Online“ eingeräumt.

Der Jahresabschluss am 10.12.2012 wird nun mit Spannung erwartet. Anleihen-Anleger der WGF AG dürften bis dahin in Sorge sein – und der eine oder andere wird sich möglicherweise schon nach einem Anwalt für den Fall umsehen, dass das „Handelsblatt“ mit seiner düsteren Prognose recht behält.

Das schreibt WGF AG auf seiner Internetseite:



Kommentare

Lehmann 6. Dezember 2012 um 17:18

1. Anmerkung: das die WGF nicht vertrauenswürdig ist, knnte man schon viel früher sheen. Beispiele aus den letzten 18 Monaten: ein verlorener Prozess gegen einen Anwalt, der die WGF mit einem Schneeballsystem verglich (Urteil siehe online bei justiz-nrw Aktenzeichen 28 O 596/11), nachträglich geänderte Geschäftsberichte aus 2008 und 2009 (die ersten Versionen wurden mit Gewinnen gezeigt, die neuen Versionen zeigten Verluste die das Ek überstiegen = bilanzielle Überschuldung ohne eine Fortführungsprognose zu veröffentlichen = Insolvenzverschleppung), nur noch Ankündigungen von Bauprojekten, die allesamt nicht begonnen oder fertig gestellt wurden.

2. Anmerkung: die WGF teilt heute auf Ihrer homepage unter IR mit, dass am Montag, dem 10.12.2012 über die Rückzahlung der am 15.12.2012 fälligen Anleihe gesprochen wird. Das kann nur noch eins bedeuten……..

3. Ciao, Pentito…..es war unterhaltsam mit Euch WGFlern

PS: unter dem nachfolgenden Link kann man sich schon maal ansehen, was beim VV zu holen sein wird (das Objekt gehört der WGF, die es an Sergio vermietet):

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