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Die neuen Zinsbroker: Wie sicher ist das Geld dort?

Zuletzt aktualisiert: 2. Januar 2017

Wer derzeit via Internet nach besseren Zinsen für sein Tagesgeld oder Festgeld sucht, stößt immer öfter auf die Angebote von neuen Zinsbrokern wie Weltsparen, Savedo oder Zinspilot: Sie versprechen, die Geldanlage unkompliziert an Banken im EU-Ausland zu vermitteln und so deutlich höhere Zinsen zu ermöglichen. Wie riskant ist das, worauf sollte der Sparer achten?

Bei heimischen Banken und Sparkassen gibt es mittlerweile kaum noch Zinsen. Nur Neukunden können ab und zu mal mehr als ein Prozent Zins ergattern, wie etwa beim 1822direkt – TagesgeldkontoBild  tb Die neuen Zinsbroker: Wie sicher ist das Geld dort?, der Zins ist aber meist nur wenige Monate garantiert. Da kommen die Angebote von Zinsbrokern recht, die teils mit bis zu drei Prozent für mehrere Jahre fest werben, etwa in Tschechien, Polen oder Bulgarien, so inbesondere Weltsparen.de ().

Zudem sei es bei ihnen ganz einfach, später von dem einen Angebot zu einem anderen Angebot zu wechseln. – sozusagen Konto-Hopping für Fortgeschrittene. Das Prinzip der jungen Vermittlungsunternehmen ist dabei sehr ähnlich:

Deutsches Verrechnungskonto: Es wird bei einer deutschen Bank ein Verrechnungskonto eröffnet. Nur dafür muss der Sparer ein Mal das übliche und meist als lästig empfundene Legitimationsverfahren durchlaufen (Postident). Das Verrechnungskonto dient künftig als Drehscheibe – von dort aus kann der Sparer zu jeder anderen Partnerbank des Zinsbrokers sein Geldanlage überweisen, und zwar ohne neue Legitimation.

EU-Einlagensicherung: Die Partnerbanken befinden sich im EU-Raum und unterliegen damit der einheitlichen Einlagensicherung. Mindestens 100.000 Euro sind seit 2011 garantiert, einzelne Staaten sehen höhere Summen vor. Im Fall einer Bank-Insolvenz muss die Auszahlung der Einlagensicherung innerhalb von 20 Arbeitstagen erfolgen.

Weltsparen, Savedo, Zinspilot – alles keine Banken

Wichtig dabei: Die Zinsbroker selber sind keine Bank, sie nehmen auch keine Gelder entgegen. Ihr Geschäft besteht darin, dass sie von den vermittelten Banken eine Provision erhalten so wie auch jedes Vergleichsportal im Internet üblicherweise eine Provision bekommt, wenn ein Nutzer über einen Link weitergeleitet wird.

Warum können ausländische Banken deutlich höhere Zinsen zahlen? Das liegt zum einen an den geringeren Kosten, vor allem aber daran, dass die Bonität meist nicht gerade die beste ist – mit anderen Worten: Es handelt sich vielfach um Banken, die ein höheres Insolvenzrisiko haben und deshalb höhere Zinsen bieten müssen. Die EU-Einlagensicherung dürfte zwar verlässlich sein, letztlich müsste der jeweilige Staat oder die EU für Verluste aufkommen, jedoch sollte ein deutscher Sparer sich darauf einstelle, dass im Insolvenzfall schon wegen Sprachschwierigkeiten es dauern kann, bis das Geld gutgeschrieben wird.

Auf diese Checkliste sollten Geldanleger ebenfalls achten:

Währung: Bei einem EU-Land muss die Anlage nicht zwingend in Euro erfolgen. Bei der Anlage z.B. bei einer Bank in Norwegen mit einem auf Kronen lautenden Konto besteht ein Währungsrisiko.

Zinsgutschriften: Vor allem bei einer längerfristigen Anlage ist darauf zu achten, wann de Zinsen ausgeschüttert werden. Sind sie endfällig, werden also erst z.B. nach 24 Monaten oder später ausgezahlt, entgeht dem Sparer der Zinseszins-Effekt, zudem kann bei großen Summen der Steuer-Freibetrag überschritten werden.



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