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Alternative Geldanlage: Wo gibt es noch Rendite?

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2015

Viele Sparer suchen derzeit händeringend nach rentierlichen Investments. Denn beliebte Geldanlagen wie das Sparbuch, Tages- und Festgelder oder festverzinsliche Wertpapiere bieten kaum noch Renditen, die auch nur einen Inflationsausgleich ermöglichen. Der Aktienmarkt boomt zwar, doch mancher Geldanleger scheut den Einstieg angesichts erreichter Kurse und unsicherer Perspektiven (z.B. wegen Krim-Krise). Der Immobilienmarkt wiederum gilt vielerorts bereits als überhitzt. Vor diesem Hintergrund werde ich häufig nach alternativen Geldanlagen gefragt. Hier ein Überblick mit Bewertungen, was ich davon halte.

Geschlossene Investmentfonds (Beteiligungen)

gibt es schon lange am Markt. Damit werden Projekte in unterschiedlichsten Bereichen finanziert. Das Spektrum reicht von Immobilien über Wind- und Solarparks bis hin zu Schiffen und Infrastrukturvorhaben. Wer sich engagiert, beteiligt sich als Gesellschafter an einer Investmentgesellschaft – mit allen unternehmerischen Chancen und Risiken. Die Beteiligung ist längerfristig ausgerichtet, ein vorzeitiger Ausstieg nur schwer möglich. Die Rendite hängt vom jeweiligen Projekt ab. Geschlossene Fonds können attraktive Renditen bieten, aber auch verlustreich sein. Aktuell besonders problematisch sind zum Beispiel Schiffsfonds. Wer in geschlossene Fonds investiert, sollte daher Verluste verkraften können und sich vorher gut informieren.

Edelmetalle und Edelmetallmünzen

Edelmetalle sind in unsicheren Zeiten immer gefragt. Wer allerdings im vergangenen Jahr in Gold oder Silber investiert hat, musste nach dem Höhepunkt von Euro- und Finanzkrise deutliche Kursrückgänge hinnehmen. Inzwischen deutet sich eine Trendwende an. Von daher könnte jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt sein. Wer nicht in ganze Edelmetallbarren investieren möchte oder kann, für den sind Gold- oder Silbermünzen eine Alternative, wie sie auch in vielen Online-Shops angeboten werden. Beim Investment in Anlagemünzen bestehen für den Anleger viele Möglichkeiten, da beispielsweise auch Motiv und Typ einen Einfluss auf den Wert der Münze haben. Beim Investment sollte darauf geachtet werden, Anlagemünzen zu erwerben und nicht numismatische Münzen, denn sie unterliegen der Mehrwertsteuer.

Mittelstandsfinanzierung

Einige größere mittelständische Unternehmen – bevorzugt im Bereich erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe – nutzen inzwischen unmittelbar den Kapitalmarkt zur Finanzierung. Im Angebot sind vor allem klassische Anleihen oder mezzanine Finanzierungsformen wie nachrangige Anleihen oder Genussrechte. Das Risiko hängt stark vom jeweiligen Unternehmen, aber auch vom jeweiligen Finanzinstrument ab. Inhaber von nachrangigen Anleihen oder Genussrechten werden im Konkursfall erst nach den übrigen Gläubigeransprüchen bedient. Dass das Risiko hoch ist, zeigt nicht nur der Fall Prokon.

Wagniskapital

Besonders riskant, aber auch besonders erfolgversprechend ist ein Engagement in der Wagnisfinanzierung. Dabei geht es um die Beteiligung an innovativen Start-ups. Investoren winken im Erfolgsfall beträchtliche Gewinne, die Beteiligung ist aber auch mit hohen Verlustrisiken verbunden. In der Regel kommt ein Einstieg nur für wohlhabende Anleger, die über entsprechendes Kapital verfügen, in Betracht. Ein Ansatz, Wagnisfinanzierung auch für kleinere Anlagebeträge zu erschließen, ist das sogenannte Crowd Investing. Dabei wird über entsprechende Internet-Plattformen Kapital von vielen Kleinanlegern für innovative Projekte und Gründungsvorhaben gesammelt.

Alternative Sachwerte (z.B. Oldtimer)

Bei der Suche nach interessanten Sachwerten richtet sich der Blick häufig auch auf ausgefallenere Gegenstände: Oldtimer, Antiquitäten, Kunstwerke und Schmuck. Ein Investment benötigt in der Regel nicht nur erhebliches Vermögen, sondern auf jeden Fall ausgesprochene Expertise, um keinen Flop zu landen. Hinzu kommen hohe Absicherungskosten, etwa für Kunstwerke. Ein verlässliches Rendite-Versprechen bieten solche Werte nicht. Sie sind für Normalanleger – von Liebhaberei vielleicht abgesehen – m.E. irrelevant.

Private Kreditvergabe

Kredite von privat an privat – auch das macht das Internet inzwischen möglich. Bei der Kreditvergabe über entsprechende Online-Plattformen profitieren sowohl Kreditnehmer als auch Kreditgeber. Wer sein Geld verleiht, kann schon mit überschaubaren Beträgen starten und deutliche höhere Zinsen als bei anderen Kapitalanlagen erzielen. Kreditgeber müssen dabei allerdings wie eine Bank das Bonitätsrisiko tragen.

Mein Fazit: Dieser Überblick zeigt, dass ohne Risikobereitschaft es derzeit kaum möglich ist, deutlich höhere Renditen zu erzielen. Da beibt nur, Risiken zu streuen und immer in mehrere Anlagekategorien zu investieren. Das ist m.E. langfristig betrachtet die beste Strategie, Vermögen zu bilden und dabei reales Wachstum zu erzielen.



Kommentare

Jochen 29. März 2014 um 15:02

Schöner Artikel mit vielen Beispielen. Ich dachte aber immer das geschlossene Fonds negativ behaftet sind? Ist da was dran?

Antworten

29. März 2014 um 18:32

Dass geschlossene Fonds mit größter Vorsicht betrachtet werden sollten, habe ich – hoffentlich – hinreichend genug deutlich gemacht. Allerdings sehe ich in ihnen auch nicht per se das Böse dieser Welt.


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