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Konjunktur 2013: Die Prognosen der Deutschen Bank

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2013

Wie wird sich die Wirtschaft, die Konjunktur 2013 entwickeln, worauf sollten sich  Geldanleger einstellen? Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank, hat seine Prognosen für 2013 zusammengestellt, etwa zu Aktien, Anleihen, Rohstoffen und dem immer wieder groß diskutierten Thema Inflation. Das sehr umfassende Skript habe ich leicht gekürzt. Sind Sie anderer Meinung als Dr. Stephan von der Deutschen Bank in Bezug auf die Wirtschaft, Konkunktur, Anlagechancen in 2013? Dann schreiben Sie Ihre Prognose als Kommentar!

Weltwirtschaft: USA könnten überraschen

Weniger Unsicherheit und abnehmende Risiken könnten zu einer guten Performance chancenorientierter Anlageklassen führen. Es reicht schon, wenn die Weltwirtschaft um 3,2 Prozent wächst und das Gewinnwachstum der Unternehmen nur moderat positiv ausfällt. Die USA könnten nach Bewältigung der Fiskalklippe sogar positiv überraschen. In Europa eskaliert die Verschuldungskrise wohl nicht erneut und das Wachstum sollte eine „rote Null“ erreichen. In China dominieren hohes Wachstum und Reformen unter einer starken politischen Führung. Im Fokus liegen dort die Entwicklung des Binnenmarkts und die Urbanisierung.

Euro und Europa: Erste Fortschritte

Große Wachstumsimpulse sind aus dem Euroraum vorerst nicht zu erwarten. Wichtiger ist jedoch, dass in Europa endlich ein belastbarer Rettungsmechanismus geschaffen wurde. Es geht hier nicht nur um eine Europäische Zentralbank, die mit ihrem Staatsanleihe-Ankaufprogramm auf den Pfaden der US-Notenbank wandelt. Der wichtigste Stabilitätsfaktor ist das klare Bekenntnis der Kernländer Deutschland und Frankreich zum Euro. Der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM steht angeschlagenen Euroländern im Krisenfall zur Stelle. Die Regierungen der hochverschuldeten Länder betreiben harte Spar- und Reformprogramme. Erste Fortschritte zeigen sich bereits, die Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizite sinken.

Inflation in Europa: Kein Thema

In Europa liegt die Teuerungsrate seit Einführung der Gemeinschaftswährung bei durchschnittlich 2,0 Prozent und damit auf einem moderaten Niveau. Die EZB hat ihr Preisstabilitätsziel seit ihrer Gründung erreicht, auch aktuell ist kaum erhöhter Preisdruck festzustellen. Die Konsumentenpreise hängen erfahrungsgemäß stark von der Realwirtschaft ab und diese ist im Euroraum – aber auch in Deutschland – weit von einer Überhitzung entfernt.

Aktien: Chemie- oder Finanztitel profiteren

Politiker und Ökonomen fordern mehr Investitionen, diese rücken 2013 in greifbare Nähe. Bessere Planungssicherheit, zum Beispiel durch Klarheit über die künftige US-Fiskalpolitik, senkt die Hürde für Expansionen und Effizienzsteigerung. Das Geld dafür ist vorhanden, viele Großunternehmen verfügen über immense Cash-Flows und -Bestände. Die folgenden Sektoren können von einer Erhöhung der Investitionsausgaben 2013 profitieren: Industrie, Informationstechnologie und indirekt Finanzen. Bisher waren vor allem Unternehmen attraktiv, die auch in der Krise stabile Margen durch Preismacht erzielen konnten. In diesem Jahr gewinnen Zykliker wie Chemie- oder Finanztitel an Attraktivität.

Renten: Gefahr von Kursverlusten

Die Normalisierung der internationalen Rentenmärkte infolge abnehmender politischer und ökonomischer Unsicherheit führt zum allmählichen Abbau der Risikoprämien allgemein – und zu einem Aufbau von Risikoprämien bei sicheren Häfen. Zu den extrem niedrigen Zinsen von Staatsanleihen in den USA und Deutschland gesellt sich die Gefahr von Kursverlusten. Risikoscheuen Rentenanlegern fehlen zunehmend die Alternativen. Im defensiven Rentenbereich sind geldmarktnahe Anlagen attraktiv, europäische Covered Bonds, ein flexibles Laufzeit- und Kreditrisikomanagement sowie etwas niedrigere Ratings bei Unternehmensanleihen mit Investment Grade.

Rohstoffe: Kupfer und Aluminium gefragt

Wenn sich die Konjunktur in China belebt und die neue politische Führung wie angekündigt Infrastruktur und Urbanisierung fördert, dürfte die Nachfrage nach Industriemetallen wie Kupfer und Aluminium steigen. Ein robustes Wachstum in China und den USA bietet zudem Kurspotenzial für industriell genutzte Edelmetalle. Zusätzlich sorgen expansiv agierende Notenbanken für ein anhaltend niedriges Zinsniveau und schaffen dadurch ein attraktives Umfeld für Edelmetalle insgesamt. Energierohstoffe, besonders Rohöl, stehen im Spannungsfeld eines größeren Angebots in den USA einerseits und des soliden Wachstums der Schwellenländer sowie geopolitischer Risiken andererseits.

Die Wirtschaftsrisiken 2013

Trotz einer merklich abnehmenden politischen Unsicherheit, allen voran in Europa, verbleiben für das Jahr 2013 dennoch Risiken, und zwar sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Erstens: Die Umschiffung der Fiskalklippe in den USA misslingt. Zweitens: Chinas Wirtschaft nimmt nicht wie erwartet Fahrt auf. Drittens: Der politische Rückhalt für Sparanstrengungen im Euroraum schwächt sich ab, zum Beispiel nach der Wahl in Italien. Viertens: Das globale Wachstum fällt geringer aus als bisher prognostiziert. Fünftens: Geopolitische Konflikte brechen aus – zum Beispiel im Nahen Osten, zwischen Israel und Iran oder zwischen China und Japan. Sechstens: Die Notenbanken fahren ihre geldpolitische Lockerung zurück. Siebtens: Die Rentenblase in Japan platzt. Achtens: Die Inflation zieht unerwartet an.



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