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KTG Agrar SE Insolvenz: Was können Anleger tun, wer hilft?

Schlechte Nachrichten von der KTG Agrar SE, einem der größten Agrarunternehmen Europas: KTG Agrar hat beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Der Konzern strebt dies in Eigenverwaltung an, um bei der Sanierung am Mitbestimmungsrecht festhalten zu können. Juristen raten Anlegern, einen Rechtsanwalt einzuschalten: So könnten Totalverluste vermieden werden.

KTG Biowertpapier II garantierte 7,125 Prozent

„Wir ackern fürs Leben“: Mit diesem Slogan warb der Agrar-Konzern mit seiner teilweise nachhaltigen Strategie um Anleger. Auf einer 46.000 Hektar bewirtschafteten Nutzfläche mit ca. 800 Mitarbeitern, pflanzte die KTG Agrar nicht nur Marktfrüchte an, sondern erzeugte auch Biogas sowie Lebensmittel wie Müsli und Fertiggerichte. Im Jahr 2011 legte der Hamburger Agrarkonzern die Anleihe „KTG Biowertpapier II“ (ISIN DE000A1H3VN9) auf.

Hierbei handelt es sich um sogenannte Inhaber-Teilschuldverschreibungen mit einem Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro und einer garantierten jährlichen Verzinsung von 7,125 Prozent. Genannte Inhaber-Teilverschuldungen versprechen Investoren hohe Renditen, bergen jedoch für Kapitalanleger das Risiko bei Zahlungsunfähigkeit sämtliche eingezahlten Gelder zu verlieren. Im Jahr 2014 folgte das „KTG Biowertpapier III“ (ISIN DE000A11QGQ1) mit einer garantierten Verzinsung von 7,25 Prozent die im Oktober 2016 fällig wäre.

Nach den Angaben des Emissionsprospektes besteht für Gläubiger das Recht zur außerordentlichen Kündigung, falls der Emittent die fälligen Zinsforderungen nicht spätestens nach 30 Tagen auszahlt. Diese Frist lief am 6. Juli ab. Offensichtlich schien das Unternehmen bereits vorher schon damit zu rechnen, dass die fälligen Zinszahlungen in Höhe von ca. 15 Mio. EUR nicht realisierbar sind. Aus diesem Anlass dürfte die Insolvenzanmeldung geschehen sein, heißt es von Anwälten.

Nachrichten zur Pleite der KTG Agrar SE

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Die Rechte der Anleihe Anleger

Geschädigte haben gegenüber der KTG Agrar SE einen Masseanspruch, d. h. ihnen steht ein Teil des Unternehmenswerts abzüglich der Verfahrenskosten und der Insolvenzverwaltervergütung zu. Hierfür müssen Betroffene sämtliche Forderungen gegenüber dem insolventen Unternehmen anmelden. Um formelle Fehler zu vermeiden, empfiehlt Rechtsanwalt Prof. Dr. Julius Reiter, Partner der auf Anlegerschutz spezialisierten Kanzlei baum reiter & collegen, sich im Insolvenzverfahren anwaltlichen Rat einzuholen. Nur so könne verhindert werden, dass berechtigte Forderungen untergehen oder nicht richtig eingefordert werden.

„Es spricht derzeit vieles dafür, dass die Insolvenz absehbar war“, so Anwalt Reiter weiter. Jetzt müsse geprüft werden, ob die Verantwortlichen sich wegen einer Insolvenzverschleppung strafbar gemacht haben könnten. Dann könnten Anleihegläubigern weitergehende Schadensersatzansprüche zustehen.

Andreas Kunze meint: Hohe Zinsen sind eben doch immer auch hohes Risiko. Nun müssen Anleger hoffen, dass sie etwas von dem Geld wiedersehen. Wenn Sie Fragen haben, wenn Sie Erfahrungen machen, dann schreiben Sie mir.

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