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Notarkosten: 4 Tipps, wie Sie beim Hauskauf sparen

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2018

Beim Kauf einer Immobilie, also einer Wohnung oder eines Hauses, lassen sich erheblich Kosten sparen. Vor allem beim Notar. Das sei eine Möglichkeit, die die meisten Immobilienkäufer gar nicht auf der Rechnung haben, schreibt Udo Schindler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg. Hier seine Tipps, wie sich Notarkosten beim Hauskauf oder Wohnungskauf senken lassen.

Für Immobilien werden in wachsenden Großstädten wie München, Stuttgart, Hamburg, Köln, Frankfurt oder Düsseldorf im Moment hohe Preise verlangt und bezahlt. Ein Verhandeln über den Kaufpreis oder über Maklerprovisionen ist in der derzeitigen Marktsituation schwierig. In besonders begehrten Städten sogar nahezu unmöglich. Dennoch lässt sich sparen.

Tipp1: Eine Sparmöglichkeit ergibt sich indes schon bei der Vertragserstellung. Die Notargebühren werden nicht erst mit der Unterschrift unter die Urkunde fällig, sondern schon bei der Erstellung Vertragsentwurfs. Warum also nicht die ohnehin bezahlte Dienstleistung auch nutzen? Anstatt den Vertrag für den Kauf der Wohnung oder des Hauses von einem Steuerberater oder einem Anwalt entwerfen zu lassen, kann man sich gleich vom Notar beraten lassen. Diese Beratung wird er nicht extra abrechnen.

Ohne Notaranderkonto geht es auch

Tipp 2: Immer wieder schlagen Bauträger oder Verkäufer vor, das Immobiliengeschäft über ein sogenanntes Notaranderkonto abzuwickeln. Dabei wird der Kaufpreis auf ein Konto des Notars eingezahlt, der das Geld treuhänderisch verwaltet und nach der Eintragung ins Grundbuch an den neuen Eigentümer überweist. Für diese Dienstleistung verlangen die Notare eine Hebegebühr, die sich am Kaufpreis orientiert und schnell ein paar Hundert Euro betragen kann. Eine günstigere Alternative ist es, die Zahlungsvoraussetzungen im Kaufvertrag zu regeln. Dann gibt es keinen Grund für einen solch teuren Umweg. Der Notar prüft, ob diese Voraussetzungen eingehalten werden – ohne zusätzliche Kosten.

Tipp 3: Normalerweise wird beim Notar auch die Grundschuld zugunsten der finanzierenden Bank beurkundet. Die Bank sichert sich damit das Pfandrecht, wenn der Käufer seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dieses Geschäft ist jedoch grundsätzlich nicht beurkundungspflichtig. Manche Banken geben sich damit zufrieden, dass ihr Grundschuldentwurf nur beglaubigt wird. Im Untersc hied zu einer Beurkundung, die, abhängig von der Höhe der Grundschuld, mehrere Hundert Euro kosten kann, werden für eine Beglaubigung maximal 130 Euro fällig.

Auflassungsvormerkung kostet ebenfalls Notargebühren

Sparpotenzial ergibt sich hier vor allem bei teureren Immobilien, bei denen die Grundschuld unterhalb des Verkehrswertes liegt. In diesem Fall bekommt die Bank bei einem Verkauf des Objektes mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Geld zurück. In den meisten Fällen lässt sich die Beurkundung allerdings nicht vermeiden. Denn mit der Bestellung der Grundschuld unterwirft sich der Besteller in der Regel der Zwangsvollstreckung. Damit sichert sich die Bank das Recht, im Falle des Kreditausfalls sofort gegen den Kunden vorgehen zu können, ohne vorher bei Gericht klagen zu müssen. Diese Unterwerfung ist beurkundungspflichtig.

Tipp 4: Geld kostet auch die sogenannte Auflassungsvormerkung. Diese sichert dem Käufer den schuldrechtlichen Anspruch auf die Übertragung des Eigentums an einer Immobilie, bis als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen ist. Bei Immobiliengeschäften zwischen Nahestehenden oder innerhalb der Familie, wenn etwa eine Immobilie auf die Ehefrau oder die Kinder übertragen wird, kann auf diese Auflassungsvormerkung verzichtet werden.



Kommentare

Georg Rangsacker 5. März 2019 um 11:55

Vielen Dank für diese Spartipps zum Hauskauf! Bisher haben wir unser Budget nur in einhalten können indem wir bei der Einrichtung gespart haben, nun werden wir in Zusammenarbeit mit dem Notar deutlich mehr einsparen können! So werden wir auf jeden Fall Tipp Nr. 1 folgen und unseren Kaufvertrag auch schon vom Notar erstellen lassen.

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Ester Diemer 6. Februar 2019 um 12:59

Wirklich praktisch, Ihre Tipps zum Sparen beim Hauskauf. Ich wäre alleine nicht auf die Idee gekommen, alle notariell zu beglaubigten Unterlagen bereits von vorneherein bei ein und demselben Notar abzuwickeln um gegen überraschende Extraausgaben gewappnet zu sein. Auch hoffe ich, dass unsere Bank den Grundschuldenentwurf nur beglaubigt haben will, ich denke da haben wir gute Chancen.

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Emma 21. Januar 2019 um 13:48

Ist es denn immer notwendig, dass sich ein Notar mit dem Vertrag beschäftigt? Ich würde gern ein Haus kaufen. Der Kaufvertrag liegt aber beim Notar.

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Kyra Voight 17. Januar 2019 um 15:01

Sehr geehrter Herr Kunze, vielen Dank, dass Sie mich mit diesem Artikel auf eine weitere Sparmöglichkeit gebracht haben. Aktuell sind wir noch dabei den aktuellen Wert des Hauses schätzen zu lassen und zu überlegen ob wir es verkaufen möchten oder wie wir sonst damit verfahren möchten. Dazu gehört auch, dass wir alle Kosten durchrechnen die dazu gehören. Eine breitere Nutzung des Servicespektrums der Notaren kommt uns in jedem Fall entgegen.

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Bram 1. Dezember 2018 um 02:02

Dieses Rechtsgebiet finde ich sehr interessant. Wenn man Fragen zum Thema Notar Infos hat, dann sollte man sich aber lieber an einen Anwalt wenden.

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Karsten Aßmann-Funk 11. Juni 2013 um 09:38

Geld lässt sich beim Immobilien-Kauf auch sparen, wenn man an mitverkauftes Zubehör (z.B. die Einbauküche, oder das hochwertige Garten-Haus) denkt, wirkt sich dann immerhin ein wenig auf die Grunderwerbsteuer aus.

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