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Todesfall: Das sollten Angehörigen beachten

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019

Todesfall – was tun? Was ist zu erledigen, wenn jemand stirbt?  Den meisten fällt es in der Trauer nicht leicht, den Überblick zu all den notwendigen Formalitäten zu bewahren und zu wissen, was man beachten sollte. Die wichtigsten Informationen für Angehörige bei einem Todesfall habe ich hier als eine Art Checkliste zusammengestellt.

Der Totenschein

Nach dem Todfall muss zunächst ein Totenschein ausgestellt werden. Starb ein Mensch in der Klinik, kümmert sich die Klinik darum. Bei einem Todesfall zu Hause muss ein Arzt gerufen werden. Es empfiehlt sich, gleich mit der Suche nach dem Testament und anderen Verfügungen zu beginnen, denn es könnten Hinweise enthalten sein, wie und wo der Verstorbene bestattet werden möchte.

Die Sterbeurkunde

Für viele weitere Formalitäten ist eine Sterbeurkunde notwendig. Sie wird in Deutschland von den Standesämtern ausgestellt. Für die Beantragung werden der Personalausweis, der Totenschein sowie die Personenstandsunterlagen benötigt, etwa die Geburtsurkunde. Normalerweise kümmert sich ein Bestatter  darum. Ein Bestatter sollte kurzfristig nach dem Todesfall beauftragt werden. In den meisten Bundesländern ist eine Aufbahrung zu Hause bis zu 36 Stunden erlaubt. Die Kosten für die Beerdigung trägt der Erbe (§ 1986 BGB).

Das Testament 

Wird ein Testament gefunden, muss es beim örtlichen Nachlassgericht abgeliefert werden (§ 2259 BGB). Liegt das Testament hingegen bereits beim Notar oder Amtsgericht, geht alles automatisch seinen Weg. Die Erben werden benachrichtigt. Ein mögliches Problem: „Angehörige, die im Testament nicht gut wegkommen, könnten es verschwinden lassen“, sagt Dominik Hüren, Sprecher der Bundesnotarkammer in Berlin. „Der letzte Wille sollte daher stets hinterlegt sein.“ Im Zentralen Testamentsregister für Deutschland werden alle erbfolgerelevanten Urkunden, die vom Notar errichtet werden oder in gerichtliche Verwahrung gelangen,registriert (mehr Infos: ).

Die Erbschaft 

Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge. „Das Gut rinnt wie das Blut“, sagen Juristen gerne. Soll bedeuten: Nach der gesetzlichen Erbfolge erben neben dem Ehepartner immer die nächsten Blutsverwandten. Zunächst erben die Erben 1. Grades; also die Kinder. Im Regelfall müssen sich die Kinder den Nachlass mit dem überlebenden Ehegatten hälftig teilen.

Grundsätzlich gilt: Wer erben will, muss auch die Schulden übernehmen, etwa die Hypothek eines Hauses. Das kann teuer werden, denn der Erbe muss dafür auch mit seinem eigenen Vermögen gerade stehen. Bevor das Erbe angetreten wird, muss also überlegt werden, ob die Verbindlichkeiten den Nachlasswert übersteigen und das Erbe ausgeschlagen werden sollte.

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Die Ausschlagungserklärung: So geht das

Die Ausschlagung geschieht entweder zur Niederschrift beim Nachlassgericht oder durch ein formloses notariell beglaubigtes Schreiben. Es gilt eine Frist von sechs Wochen „ab Kenntnis des Erben von Anfall und Berufungsgrund“, also regelmäßig sechs Wochen nach dem Tod des Erblassers.

Besteht innerhalb dieser Zeit noch keine Klarheit darüber, ob Schulden vorhanden sind, gibt eine Vorsichtsmaßnahme: „Mit einer Nachlassverwaltung durch das Gericht kann man erreichen, dass sich die eigene Haftung nur auf die Erbmasse beschränkt“, so Dominik Hüren von der Bundesnotarkammer.

Der Erbschein

Wer das Erbe annimmt, sollte sich alsbald einen Erbenschein beim Nachlassgericht besorgen. Der ist nötig, um zum Beispiel ein Grundstück oder ein Konto umschreiben zu lassen. Wichtig dabei: Mit Beantragung des Erbscheins liegt eine Annahme der Erbschaft vor und die Ausschlagung ist ausgeschlossen.

Die Lebensversicherung nach dem Todesfall

Nach einem Todesfall sollte auf die Police für die Lebensversicherung genau sorgsam geachtet werden wie auf das Testament. Der Versicherungsschein ist so gut wie bares Geld. Wer ihn in die Finger kriegt, kann sich alles auszahlen lassen“, sagt der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Leverkusen. Das ist im Kleingedruckten geregelt und von mehreren Gerichten bestätigt worden (unter anderem Oberlandesgericht Koblenz, Az: 10 U 595/01). Die Versicherung darf somit an eine nicht berechtigte Person Leistungen erbringen – es sei denn, sie hat die fehlende Berechtigung gekannt oder dies grob fahrlässig übersehen.

Eine weitere Falle bei Lebensversicherungen: veraltete „Bezugsberechtigungen“. Ist jemand begünstigt worden, fällt die Versicherungsleistung nicht mehr in die Erbmasse. Auch nach einer Scheidung bleibt eine Bezugsberechtigung bestehen, wenn sie nicht gegenüber der Versicherung widerrufen wird. So kann es passieren, dass zum Beispiel plötzlich die Ex-Ehe-Frau noch vom Todesfall profitiert (OLG Köln, AZ: 8 U 103/96) . Deshalb: Regelmäßig überprüfen, ob die Bezugsberechtigung noch den Wünschen entspricht.

Nach Todesfall: Finanzamt informieren

Wer etwas geerbt hat, muss das innerhalb von drei Monaten dem für die Verwaltung der Erbschaftsteuer zuständigen Finanzamt schriftlich anzeigen (§ 30 Abs. 3 ErbStG). „Sind Vermögen oder Erträge noch nicht versteuert worden, ist der Erbe verpflichtet, eine ordnungsgemäße Nacherklärung abzugeben“, sagt der Fachanwalt für Steuerrecht in Düsseldorf. „Sonst kann er selbst sehr schnell in den Verdacht einer versuchten Steuerhinterziehung durch Unterlassen geraten.“

 



Kommentare

Jim Winkler 27. Dezember 2018 um 12:13

Guten Tag und vielen Dank an den Author dieses tollen Artikels.
In meiner Familie gab es vor kurzem einen Todesfall. Nun stellt sich die Frage bei uns ob wir die Erbschaft antreten. Soweit ich das weiß gibt es wohl auch ein Testament welches wir aber noch nicht gesichtet haben. Ich denke, das wird in Kürze passieren. Allerdings werden es wohl keine sonderlich großen Vermögensreichtümer sein.

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Louise 13. Dezember 2018 um 12:54

Es ist recht viel auf das man achten muss, wenn eine Bestattung getätigt werden muss. Als Trauernder ist da kaum Raum um alles zu fassen. Das finde ich immer recht schade.

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Mian 7. Dezember 2018 um 14:12

Heute lese ich fast nur über Papier und Ausweise. Es ist erstaunlich wie viele Urkunden und Ausweise „benötigt“ werden. Gibt es keine Urkunde für die Urkunde? Ich hoffe wenn ich sterbe, dass es bis dahin weniger Papierkrams gibt für die Hinterlassenen! Welcher Bestattung hat weniger Aufwand, die Feuerbestattung oder die Erdbestattung?

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Laura Heimisch 15. November 2018 um 09:27

Eine Freundin von mir muss sich mit der Bestattung, bzw. der Waldbestattung ihres Vaters beschäftigen. Eine Waldbestattung ist das, was sich ihr Vater gewünscht hatte. Sie informiert sich zurzeit darüber, was sie alles braucht, damit die Bestattung stattfinden kann. Vielen Dank für die Info über die benötigten Unterlagen, ich frage mich nur, ob das gleiche auch für eine Waldbestattung gilt.

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helga 8. November 2018 um 18:04

Danke für Tipps! Die sind für junge Nachbaren sehr wichtig! Zum Todesfall würde ich auch die Bestattung zählen Die ist sehr wichtig für die Verwandten und Freunde, denn man nimmt von dem Verstorbenen Abschied in diesem irdischen Leben. Gefühle und Emotionen brauchen Freiheit:) Danke!

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Mia 1. Oktober 2018 um 06:01

Beerdigungen gehören zu den Dingen, die jeden irgendwann bewusst machen, dass alles Streben endlich ist. Es ist gut sich in Jahren der Gesundheit zu informieren und bewusst zu werden, wie man sein Ende gestallten möchte. Bekannte hatten jüngst ihre Urne selbst bemalt, mit der sie später einmal im Friedwald beerdigt werden möchten.

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Andreas Kunze 1. Oktober 2018 um 10:20

Das ist natürlich vorausschauende Kreativität.


Nina 21. August 2018 um 13:39

Eine Kollegin ist gerade in der schwierigen Situation, dass sie sich um den Nachlass ihrer Großeltern kümmern muss. Die Checkliste werde ich ihr mal weiterleiten. Wie sieht es denn mit der Regelung von Bestattungen aus? Was sind hier die richtigen Schritte?

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Emmi 25. Mai 2018 um 08:07

Nach der Erdbestattung der Mutter meiner Freundin, musste sie auch einen Erbschein beantragen. Sie hatte zu der Zeit eine Menge zu tun. Sie meinte, dass sie nicht weiß, was schlimmer ist, der Tod der Mutter oder die Bürokratie.

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